Porträt von Obiora Francis Ike
Menschenrechtsaktivist Obiora Francis Ike ausgezeichnet

Bildung gegen Boko Haram: Stephanus-Preis für nigerianischen Priester

Bildung ist sein Lebensthema: Der nigerianische Priester Obiora Ike setzt sich seit Jahrzehnten für die Menschen in seiner Heimat Nigeria ein – auch, wenn sein eigenes Leben bedroht ist. Dafür wird er nun geehrt.

Frankfurt - 30.06.2020

Der Stephanus-Preis für verfolgte Christen geht in diesem Jahr an den nigerianischen Priester und Menschenrechtsaktivisten Obiora Francis Ike. Der Preis wird am 3. Juli in Frankfurt am Main verliehen, teilte die Stephanus-Stiftung am Montag mit.

Der Sozialethiker Ike hat mehr als 20 Organisationen gegründet, darunter ein katholisches Institut für Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden und eine Bank für Mikrokredite. "Bildung gibt einem Kind einen Schlüssel für die Zukunft", zitiert die Stiftung ihren Preisträger. Mit seinem Engagement für Bildung stehe er für das, was die Terrormiliz Boko Haram bekämpft; Ike selbst entging 2002 knapp einem Mordanschlag der Terroristen. Von 1998 bis 2009 war er Generalvikar des Bistums Enugu im Süden Nigerias. Derzeit wirkt er als Direktor der Schweizer Stiftung Globethics.net, die Ethik in der Hochschulbildung fördert.

"Brückenbauer" unter Lebensgefahr

Die Stiftungsvorsitzende Michaela Koller würdigt den Preisträger als "Brückenbauer zwischen Europa und Afrika, Muslimen und Christen sowie zwischen Gegenwart und Zukunft". Er werde geehrt, da er auch in Lebensgefahr an seinem Einsatz für die Jugend Nigerias festhalte.

Die Frankfurter Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen verleiht jährlich den gleichnamigen Preis. Die Stiftung hilft gemäß ihren Statuten verfolgten Christen in Not und deckt nach eigener Darstellung Fälle von Missachtung der Religionsfreiheit und ihre Hintergründe auf. Im vergangenen Jahr hatte Pater Tom Uzhunnalil den Preis erhalten. Der Salesianer war 18 Monate von Islamisten im Jemen gefangen gehalten worden. Zu den Preisträgern gehören der Hongkonger Kardinal Joseph Zen Ze-kiun, der Berliner Pfarrer Gottfried Martens und die pakistanische Menschenrechtsanwältin Aneeqa Anthony, die der Blasphemie bezichtigte Christen verteidigt, und der Jesuit Samir Khalil Samir. (fxn)