Corona-Krise: Vatikan besorgt über Einbrüche im Tourismus
Experten rechnen schlimmstenfalls mit Verlust von 1.200 Milliarden Dollar

Corona-Krise: Vatikan besorgt über Einbrüche im Tourismus

Angesichts des weltweiten Tourismus-Einbruchs durch die Corona-Krise ist der Vatikan in Sorge. Kardinal Peter Turkson befürchtet riesige Verluste und schlimmstenfalls einen ernormen Verlust von Arbeitsplätzen. Trotzdem möchte er optimistisch bleiben.

Vatikanstadt - 07.08.2020

Der Vatikan ist beunruhigt über den Einbruch des Tourismus angesichts der Covid-Pandemie. In einer am Freitag veröffentlichten Botschaft zum Welttag des Tourismus am 27. September spricht Kurienkardinal Peter Turkson von einer "beispiellosen Krise in vielen Bereichen, die mit Tourismus zu tun haben". Bis Ende dieses Jahres rechneten Experten mit rund einer Milliarde weniger Touristen. Der Rückgang könnte "schlimmstenfalls zu einem wirtschaftlichen Verlust von rund 1.200 Milliarden Dollar" führen, was wiederum einen enormen Verlust von Arbeitsplätzen im Tourismus-Sektor ergäbe, hieß es.

Ein solch "beunruhigendes Szenario" dürfe allerdings nicht lähmen, so der Kardinal. Stattdessen sei es wichtig, weiter positiv in die Zukunft zu schauen und Chancen zu nutzen, Tourismus nachhaltiger zu machen. Dazu ließen sich beispielsweise Urlauberströme etwas abseits der Tourismus-Brennpukte in außerstädtische und ländliche Gebiete lenken, so Turkson, in Richtung "kleiner Dörfer und Orte, die nicht so bekannt und überlaufen sind".

Auch der Vatikan betroffen

Der Vatikan bekommt den Rückgang der Touristenzahlen durch die Corona-Krise ebenfalls finanziell zu spüren. Bereits Ende April hatten Schätzungen von Experten ergeben, dass der Kirchenstaat aufgrund ausbleibender Besucher allein im März bis zu zehn Millionen Euro an Einnahmen verloren haben könnte. Für den April mit dem Osterfest, an dem normalerweise Tausende Pilger aus aller Welt in den Vatikan strömen, wurde mit einem noch höheren Fehlbetrag gerechnet. Durch die zeitweilige Schließung des Vatikanischen Museen entgingen dem Kirchenstaat den Schätzungen zufolge zusätzlich mehrere Millionen Euro Eintrittsgelder. Hinzu kämen ausbleibende Vorverkaufsgebühren und Erlöse aus dem Souvenirhandel.

Der aus Ghana stammende Kardinal Turkson leitet das Vatikan-Dikasterium "zur ganzheitlichen Entwicklung des Menschen", ist also in etwa der Entwicklungsminister des Papstes. Der Welttourismustag am 27. September wurde 1980 von der Welttourismusorganisation (UNWTO) ins Leben gerufen. Er soll die Bedeutung des Tourismus für die internationale Gemeinschaft sowie seine Auswirkungen auf soziale, kulturelle, politische und wirtschaftliche Werte weltweit bewusst machen. (mpl/KNA)