Gottesdienst mit Schutzmaske
Auch unter Katholiken nur Minderheit für Messen im November

Umfrage: Mehrheit gegen Ausnahmen für Gottesdienste vom Lockdown

Dass Gottesdienste nicht von den neuen Corona-Beschränkungen in Deutschland betroffen sind, rief Kritik hervor. Eine Umfrage bestätigt nun, dass eine breite Mehrheit der Deutschen die Ausnahmen für Gottesdienste ablehnt.

Würzburg - 05.11.2020

Eine Mehrheit der Deutschen hält laut einer Umfrage Ausnahmen für Gottesdienste von Lockdown-Maßnahmen nicht für gerechtfertigt. Das ergab eine Erhebung des Erfurter Meinungsforschungsinstituts "INSA Consulere", die am Donnerstag von der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost" veröffentlicht wurde. Demnach verneinten 62 Prozent der Befragten die ihnen vorgelegte Aussage: "Gottesdienste sollten auch in Zukunft von neuen Lockdown-Maßnahmen grundsätzlich ausgenommen bleiben." 20 Prozent äußerten sich zustimmend.

Aufgeschlüsselt nach Konfessionszugehörigkeit ergab die Umfrage laut Mitteilung folgendes Bild: 25 Prozent der Katholiken erklärten, Gottesdienste sollten auch im Lockdown grundsätzlich weiter stattfinden dürfen, 60 Prozent antworteten mit nein. Ähnlich äußerten sich die befragten Protestanten. Bei den Anhängern von Freikirchen hielten sich Zustimmung und Ablehnung mit 40 und 43 Prozent fast die Waage. Laut "Tagespost" wurden für die Erhebung 2.035 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 30. Oktober und dem 2. November befragt.

Im "Lockdown light" im November gelten in Deutschland für Kirchen wie auch für jüdische und muslimische Gemeinden keine erweiterten Einschränkungen bei Gottesdiensten. Bestehende Hygienekonzepte bleiben in Kraft. Bundesregierung und Ministerpräsidenten hatten betont, dass die Religionsfreiheit als Grund- und Menschenrecht ein hohes Gut sei. Zu den zuletzt beschlossenen Maßnahmen erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), es sei nicht als angemessen erschienen, in diesem Bereich die Regeln zu verschärfen. Die Ausnahme von Gottesdiensten bei den neuen Maßnahmen rief von verschiedenen Seiten Kritik hervor. (tmg/KNA)