Sie meinten, der wahre Glaube liege im Festhalten an der Vergangenheit

Papst warnt vor "Hütern der Wahrheit" – und trifft Spider-Man

Aktualisiert am 23.06.2021  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Statt über die neuen Kommunikationsmittel die Frohe Botschaft zu verkünden, hielten sie dort an der Vergangenheit fest und würden andere verleumden: Der Papst hat selbst ernannte "Wahrheitshüter" kritisiert – und traf danach einen Superhelden.

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Papst Franziskus hat vor selbst ernannten christlichen "Hütern der Wahrheit" gewarnt. Es mangele auch heute nicht an solchen Predigern, die sich vielfach über die neuen Kommunikationsmittel präsentierten, statt das Evangelium, Liebe und Gnade Gottes zu verkünden, sagte Franziskus am Mittwoch bei der Generalaudienz im Vatikan. Diese Prediger bekräftigten zumeist, dass der wahre Glaube im Festhalten an der Vergangenheit liege. Sie schreckten auch vor Verleumdungen nicht zurück.

Laut dem Papst zeichnen sich "Wahrheitshüter" durch Strenge und Starrheit aus. Sie lebten nicht den Weg von Demut und Geschwisterlichkeit vor und zeigten weder Milde noch Vertrauen, kritisierte das Kirchenoberhaupt. Mit der Generalaudienz hat Franziskus einen neuen Zyklus begonnen, der Themen aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater behandelt. In den vergangenen Wochen hatte er jeweils zum Thema Gebet gesprochen.

Spider-Man schenkt Papst Superhelden-Maske

Am Rande der Generalaudienz sorgte ein als Spider-Man verkleideter Mann im abgesperrten VIP-Bereich für Aufsehen. Der Mann, der bei schwüler Hitze ein Ganzkörperkostüm trug, animierte eine anwesende Schüler-Gruppe zum Jubeln. Zum Ende der Veranstaltung begrüßte Franziskus den Spider-Man und erhielt eine Superhelden-Maske als Geschenk. Hinter dem eindrucksvollen Kostüm verbarg sich laut Medienberichten ein 27-jähriger Italiener, der mit seiner Verkleidung kranke Kinder in Kliniken besucht. Im vergangenen Jahr wurde er von Staatspräsident Sergio Mattarella für sein Engagement ausgezeichnet. (tmg/KNA)