Römische Kaseln und Birette ebenfalls nicht erlaubt

Nach Papstschreiben: Bischof verbietet Alte Messe in seinem Bistum

Aktualisiert am 19.07.2021  –  Lesedauer: 
Nach Papstschreiben: Bischof verbietet Alte Messe in seinem Bistum
Bild: © KNA

Mayagüez ‐ Mit seinem am Freitag veröffentlichten Motu proprio hat Papst Franziskus die Feier der Alten Messe stark eingeschränkt. Ein Bischof zieht daraufhin nun harte Konsequenzen für seine Diözese und verbietet die vorkonziliare Liturgie.

  • Teilen:

Nach der Veröffentlichung des Motu proprio "Traditionis custodes" hat Bischof Ángel Luis Ríos Matos die Feier der Alten Messe auf dem Gebiet seines Bistums Mayagüez in Puerto Rico verboten. Ríos begründete seine Entscheidung damit, dass es in seiner Diözese keine Gemeinschaften gebe, die im vorkonziliaren Ritus zelebrierten oder darum gebeten hätten, heißt es in einem Dekret des Bischofs vom Samstag, das am Wochenende in den sozialen Medien veröffentlicht wurde. Entsprechend stellte er fest, dass es keine pastorale Notwendigkeit für die Zuweisung eines Ortes oder eines Priesters zur Feier der Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus gebe. Klerikern, Ordensleuten und Laien sei es zudem verboten, entsprechende Gruppen ins Leben zu rufen oder deren Gründung voranzutreiben.

Weiter ordnete Ríos für alle Priester den Gebrauch des Römischen Messbuchs in Übereinstimmung mit dem II. Vatikanischen Konzil an. Diese Bestimmung gelte auch für Privatmessen oder Messfeiern ohne Beteiligung von Laien. Außerdem legte der Bischof für alle Priester seiner Diözese die Verwendung von "gotischen Kaseln" fest. Damit solle der Gebrauch von "römischen Kaseln, Biretten, klerikalen Umhängen" und weiteren Paramenten unterbunden werden, die an die Ästhetik der Alten Messe erinnerten.

Am Freitag hatte Papst Franziskus das Motu proprio "Traditionis custodes" veröffentlicht, dass die Feier der Alten Messe weitgehend einschränkt und den Diözesanbischöfen größtenteils freie Hand beim Verbot oder der Erlaubnis dieser Form der Liturgie gibt. Damit hob er das Schreiben "Summorum pontificum" seines Vorgängers Benedikt XVI. auf, der den vorkonziliaren Ritus allgemein zugelassen hatte. Am Montag kritisierte Kardinal Gerhard Ludwig Müller die Bestimmungen von Franziskus. Müller äußerte die Vermutung, dass es die klare Absicht von Franziskus sei, die Außerordentliche Form des Ritus "auf Dauer zum Aussterben zu verurteilen". (rom)

HTML-Elemente (z.B. Videos) sind ausgeblendet. Zum Einblenden der Elemente aktivieren Sie hier die entsprechenden Cookies.