Segnungsgottesdienst für Liebende
Verantwortliche der Initiative #mehrSegen schreiben Bischof Bätzing

Offener Brief an Bischöfe zu Segensfeiern für homosexuelle Paare

Die unterschiedliche Vorgehensweise der Bistümer bei Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare müsse Thema beim Synodalen Weg werden: Das fordern die Verantwortlichen der Initiative #mehrSegen – und warnen vor einem "unheilvollen Spitzeltum".

Würzburg/Hamm - 20.09.2021

Die Verantwortlichen der Initiative #mehrSegen haben sich in einem Offenen Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing, gewandt. Das am Montag in Würzburg und Hamm veröffentlichte Schreiben richtet sich außerdem an die Vorsitzenden des Forums "Leben in gelingenden Beziehungen" im Rahmen des innerkirchlichen Reformprozesses Synodaler Weg, Birgit Mock und den Aachener Bischof Helmut Dieser. Sie alle werden gebeten, auf der Ende September beginnenden Synodalversammlung die unterschiedliche Vorgehensweise der Bistümer hinsichtlich der Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare zur Sprache zu bringen.

In dem Brief heißt es, Bischof Felix Genn aus Münster und Bischof Franz-Josef Overbeck aus Essen zum Beispiel hätten verlauten lassen, keine Sanktionen gegenüber Seelsorgern auszusprechen, die einen Segensgottesdienst feiern. Dagegen habe das Erzbistum Paderborn im Sommer einen Priester dafür ermahnt.

Grundlage dafür seien Fotos aus einer Segensfeier gewesen, die zwei Männer vor einer Kniebank zeigten, heißt es. Dem gemaßregelten Priester sei vorgehalten worden, dass auf den Fotos auch ein Tablett mit zwei Ringen sowie weitere Personen zu sehen seien. Dies habe auf einen öffentlichen Gottesdienst und auf eine Verwechslungsgefahr mit dem Sakrament der kirchlichen Eheschließung hindeuten können.

"Unheilvolles Spitzeltum"

Wenn solche Fotos weiter zu Verwarnungen führen könnten, werde ein "unheilvolles Spitzeltum" in der Kirche gefördert, kritisierten die Unterzeichner des Briefs, der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose und Pfarrer Bernd Mönkebüscher aus Hamm. Damit werde letztlich jede öffentliche Segensfeier unmöglich gemacht.

Hose hatte im März an Mock und Bischof Dieser mehr als 2.600 Unterschriften der Initiative überreicht. Sie stammten von Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die sich kritisch zu dem im selben Monat veröffentlichten Nein des Vatikan zur Segnung homosexueller Paare geäußert hatten. Zudem hatten sie angekündigt, auch weiterhin solche Paare zu segnen. Viele von ihnen hatten sich auch im Mai an der Aktion #liebegewinnt beteiligt. Dabei wurden in mehr als 100 Gottesdiensten auch schwule und lesbische Paare gesegnet.

Hose und Mönkebüscher betonten, sie unterstützten die Zielrichtung, die sich in der aktuellen Vorlage des Synodalforums zum Thema Segensfeiern erkennen lasse. Die Formulierungen seien ein erster Schritt in die richtige Richtung, "auch wenn sie aus unserer Sicht immer noch zu defensiv an einer veralteten kirchlichen Sexualmoral abarbeiten". Letztlich gelte es eine Regelung zu finden, "die den Seelsorger*innen ein angstfreies eigenverantwortliches Arbeiten ermöglicht". (KNA)