Nach Darm-Operation im Sommer

Neffe von Papst Franziskus: Mein Onkel hat noch viel Kraft

Aktualisiert am 09.12.2021  –  Lesedauer: 

Rom ‐ Bald 85 Jahre alt, eine nicht ungefährliche Darm-Operation im Sommer: Wie geht es Papst Franziskus wirklich? Einer, der es wissen muss, ist sein Neffe Jose Luis Narvaja. Der sagt auch, welche zwei Leitmotive sein Onkel für das Pontifikat hat.

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Papst Franziskus hat nach Aussage seines Neffen die Darm-Operation im Sommer gut überstanden. "Ich erlebe ihn mit viel Kraft; man sieht ihm sein Alter nicht an", sagte Jose Luis Narvaja in einem Interview mit der Zeitschrift "Famiglia Cristiana" (aktuelle Ausgabe). Franziskus sei kurz vor seinem 85. Geburtstag "sehr aktiv, enthusiastisch" und schalte nicht ab, so Narvaja. Am 17. Dezember vollendet Papst Franziskus, bürgerlich Jorge Bergoglio, sein 85. Lebensjahr.

"Als ich ihn nach der Operation im Juli sah, ging es ihm gut, aber er hatte noch ein wenig Schmerzen und sagte zu mir: 'Bring mich nicht zum Lachen, meine Nähte tun weh!'", so Narvaja. Zwar hätten einige erwartet, Franziskus werde stiller oder ruhiger nach dem Eingriff, aber das sei nicht der Fall. Narvaja ist der Sohn einer Schwester des Papstes und gehört wie sein Onkel dem Jesuitenorden an. Er lebt und arbeitet in Cordoba/Argentinien und in Rom.

Zwei Leitmotive des Onkels

Als zwei Leitmotive seines Onkels für das Pontifikat nannte Narvaja: "Christus ist keine Statue und der Papst kein Manager." Zudem sei der Papst der Meinung: "Das Gute muss gewählt und darf nicht aufgezwungen werden." Bergoglios Wertschätzung der einfachen Menschen ist laut Narvaja unter anderem durch die Werke des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski inspiriert.

Daher sei für den Papst die Rolle des Volkes Gottes bei der begonnenen Weltsynode so wichtig, erklärte Narvaja. Das Volk sei für Franziskus "keine Abstraktion, sie ist die Welt der einfachen Menschen, die 'Heiligkeit von nebenan'".

Papst Franziskus hat am 9. Oktober einen weltweiten synodalen Prozess der katholischen Kirche eröffnet. In dem zunächst auf gut zwei Jahre angelegten mehrstufigen Dialog soll die Kirche vor allem einen anderen Umgangsstil einüben. Nach einer gut halbjährigen Phase auf Ebene der Ortskirchen folgt 2022/2023 ein Prozess auf Kontinentalebene, der dann in die Versammlung der Bischofssynode im Oktober 2023 in Rom mündet. Die Zwischenergebnisse werden von Bischofskonferenzen und vom Synodensekretariat ausgewertet und als weitere Arbeitsgrundlagen zusammengefasst. Ab 2024 sollen die Ergebnisse der Synode weltweit vor Ort implementiert werden. (tmg/KNA)