Rektor von Ordenshochschule ruft zu Akzeptanz von "Traditionis custodes" auf

Benediktiner über "Alte Messe": Liturgie darf nie zu Ideologie werden

Aktualisiert am 09.01.2022  –  Lesedauer: 
Benediktiner über "Alte Messe": Liturgie darf nie zu Ideologie werden
Bild: © KNA

Rom/Zürich ‐ Im Juli hatte der Papst die Feier der außerordentlichen Form der Heiligen Messe stark eingeschränkt. Der Rektor der Benediktiner-Hochschule in Rom verteidigt diese Entscheidung von Franziskus, denn die Liturgie dürfe nicht missbraucht werden.

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Der Rektor der Benediktiner-Hochschule Sant'Anselmo in Rom, Pater Bernhard Eckerstorfer (50), hat an die Vertreter des alten Messritus appelliert, dessen Einschränkung durch den Papst zu akzeptieren. Er forderte sie im Interview des Schweizer Portals kath.ch (Sonntag) auf, für die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) erneuerte Liturgie offen zu sein. "Liturgie darf nie zur Ideologie werden", sagte Eckerstorfer. "Die Liturgie ist ein göttliches Geschenk und soll Ausgangspunkt für die Einheit sein, nicht Trennung."

Papst Franziskus hatte im vergangenen Juli mit dem Erlass "Traditionis custodes" (Die Wächter der Tradition) die "ordentliche Form" der Messe als "einzige Ausdrucksweise" des Römischen Messritus festgelegt. Die 2007 von Papst Benedikt XVI. in größerem Umfang erlaubte außerordentliche Form von 1962 in lateinischer Sprache und mit dem Rücken zum Kirchenvolk darf demnach nur noch in Ausnahmefällen unter besonderen Voraussetzungen gefeiert werden. An der Entscheidung von Papst Franziskus gibt es anhaltende Kritik aus traditionsorientierten Kreisen.

Traditionalisten sollten auch neuen Ritus anerkennen

Er würde nicht von vornherein jemandem absprechen, den alten Ritus zu pflegen, hielt Eckerstorfer fest. Der Ordensmann und Theologieprofessor sieht aber die Gefahr, dass einzig die "Alte Messe" als richtiger Ritus benannt werde. "Das wollte Papst Franziskus mit dem Motu Proprio 'Traditionis custodes' verhindern. Entscheidend ist, dass Traditionalisten auch den neuen Ritus anerkennen", so der Benediktiner.

Eckerstorfer ist seit dem Jahreswechsel 2019/2020 Rektor der Benediktinerhochschule Sant'Anselmo in Rom. Die internationale Hochschule zählt etwa 680 Studierende, die aus allen Kontinenten und 70 Nationen kommen. Zusammen mit dem Studienhaus und dem Sitz von Abtprimas Gregory Polan ist sie das weltweite Zentrum des Benediktinerordens. (KNA)