Appell gegen "Spaziergänge" mit Demokratiefeinden und Rechtsextremen

Erzbischof Schick wendet sich gegen Verschwörungstheorien zu Corona

Aktualisiert am 21.01.2022  –  Lesedauer: 

Bamberg ‐ Als Erstunterzeichner einer "Bamberger Erklärung" wendet sich Erzbischof Ludwig Schick gegen rechtes Gedankengut und Verschwörungstheorien. Insbesondere rief er dazu auf, nicht mit Demokratiefeinden auf "Spaziergänge" zu gehen.

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Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat sich als Erstunterzeichner der "Bamberger Erklärung" gegen rechtes Gedankengut und Verschwörungstheorien rund um die Corona-Proteste gewandt. "Wir rufen alle Mitbürgerinnen und Mitbürger auf, ihre Teilnahme an Demonstrationen und 'Spaziergängen' abzusagen, wenn dort demokratiefeindliche oder rechtsextreme Meinungen durch Anwesenheit solcher Kräfte vertreten werden oder diese als Veranstalter auftreten", heißt es in dem Aufruf. Zu den Erstunterzeichnern gehörten auch der evangelische Dekan Hans-Martin Lechner sowie der Intendant der Bamberger Symphoniker, Marcus Rudolf Axt.

Die Behörden werden darin aufgerufen, die Einhaltung von Auflagen bei Versammlungen sicherzustellen und auch konsequent durchzusetzen. "Jeder Person der Polizei- und Rettungskräfte danken wir in diesem Zusammenhang für ihren demokratischen und solidarischen Dienst." Man erhebe die Stimme gegen "Coronaleugnerinnen und -leugner und demokratiefeindliche und menschenverachtende Strömungen in der Gesellschaft", so die Erklärung.

Ebenfalls darin enthalten ist ein Aufruf zur Corona-Impfung. Sie sei ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie. "Wir sehen uns als Teil der überwältigenden Mehrheit der Gesellschaft, die in die Wissenschaft vertraut und sich am wissenschaftlichen Diskurs und der aktuellen Faktenlage orientiert." Man wolle nicht zulassen, dass ein Spalt in die Gesellschaft getrieben werde. Schick hatte bereits zuvor von einer moralischen Pflicht gesprochen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Diese Verpflichtung bestehe, weil jeder Mensch sich und seine Mitmenschen vor Krankheit schützen müsse. Außerdem führte der Erzbischof die Kapazitäten im Gesundheitswesen an. (tmg/KNA)