Indirekte Stellungnahme zum Brief des Emeritus

Papst dankt Benedikt XVI. für Worte zu bevorstehendem Tod

Aktualisiert am 09.02.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Benedikt XVI. spricht in seiner persönlichen Stellungnahme zum Münchner Missbrauchsgutachten davon, dass er bald vor der "dunklen Tür des Todes" stünde. Für diese Worte dankte ihm nun sein Nachfolger Franziskus.

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Papst Franziskus hat dem emeritierten Papst Benedikt XVI. für seine aufrichtigen Worte zum bevorstehenden Tod gedankt. Benedikt XVI. habe jüngst davon gesprochen, dass er bald vor der "dunklen Tür des Todes" stünde, sagte Franziskus am Mittwoch bei der Generalaudienz. "Wir danken dem Papst, der mit 95 Jahren diese Klarheit hat. Für diesen wunderbaren Rat, den er uns gegeben hat", so der Papst.

Franziskus nahm in seinen Aussagen indirekt Bezug auf den am Dienstag veröffentlichten Brief von Benedikt XVI. als Reaktion auf das Münchner Missbrauchsgutachten. Darin bittet der ehemalige Erzbischof von München und Freising um Entschuldigung und macht seinen Schmerz und seine Scham angesichts des Missbrauchs deutlich. Gleichzeitig wehrt sich der frühere Papst gegen den Vorwurf, als Münchner Erzbischof Missbrauchsfälle vertuscht zu haben. Auch habe er in seiner Einlassung zu dem Ende Januar veröffentlichten Gutachten der Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) weder getäuscht noch gelogen.

Franziskus ging nicht auf Aussagen zu Missbrauch ein

Weiter schrieb der emeritierte Papst, der im April 95 Jahre alt wird, er werde nun bald "vor dem endgültigen Richter" seines Lebens stehen. "Auch wenn ich beim Rückblick auf mein langes Leben viel Grund zum Erschrecken und zur Angst habe, so bin ich doch frohen Mutes, weil ich fest darauf vertraue, dass der Herr nicht nur der gerechte Richter ist, sondern zugleich der Freund und Bruder."

Auf Benedikts Aussagen zum Gutachten und Missbrauch selbst ging Franziskus nicht ein. Vielmehr erinnerte er in seiner Katechese über das Sterben daran, dass jeder dann allein sei. Auch der christliche Glaube sei kein Mittel, mit dem sich die Angst vor dem Tod verscheuchen lasse. Sie könne aber überwunden werden im Glauben an die Auferstehung. (tmg/KNA)