Dort verteile und verdünne sich die Aerosolwolke schnell

Aerosolforscher: In großen Kirchen sind keine Masken mehr nötig

Aktualisiert am 15.02.2022  –  Lesedauer: 

Nürnberg ‐ Grundsätzlich gelte, je größer und besser belüftet der Raum, desto früher könne geöffnet werden: Der Aerosolforscher Gerhard Scheuch sieht daher gerade in großen Kirchen keine Notwendigkeit mehr, eine Corona-Maske zu tragen.

  • Teilen:

Der Aerosolforscher Gerhard Scheuch (66) hält Masken gegen das Coronavirus in großen Kirchen für nicht mehr nötig. Grundsätzlich gelte, je größer und besser belüftet der Raum, desto früher könne geöffnet werden, sagte Scheuch, früherer Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosolmedizin, der "Nürnberger Zeitung" (Dienstag). "In großen Kirchen oder Baumärkten kann man relativ früh auf Masken verzichten. Da reichern sich auch keine Aerosole an."

Scheuch verwies darauf, dass in großen Gotteshäusern die Infektionsgefahr gering sei. Denn dort verteile und verdünne sich die Aerosolwolke schnell. "Ein Aufzug dagegen ist sofort verseucht. Und man kann sich dort auch noch anstecken, wenn der Infizierte gar nicht mehr da ist." Auch wenn zwei Stunden nach einer Besprechung mit einem Infizierten eine neue Gruppe oder die Putzkolonne in einen Raum komme, könne sich diese noch infizieren, so der Wissenschaftler. Die Viren hielten sich sehr lange in der Luft.

Im Freien hält Scheuch "eigentlich gar keine Maßnahmen" mehr für nötig, um sich vor Ansteckungen mit dem Virus zu schützen. "Wir verbieten so viele Frischluftveranstaltungen, ohne dass das Einfluss auf die Pandemie hätte", sagte der Forscher. Für die Zukunft rechnet Scheuch, der lange am Helmholtz Zentrum in München tätig war, damit, "dass wir wie die Ost-Asiaten die Masken zu bestimmten Jahreszeiten einsetzen – aber dann bitte gezielt". Beim Einkaufen im Winter werde die Maske wohl erhalten bleiben, im Sommer aber dann aus dem öffentlichen Raum verschwinden: "Ich will den Leuten ja auch mal wieder ins Gesicht gucken können." (tmg/KNA)