Neuevangelisierung an erster Stelle

Regensburger Generalvikar Batz: Meine zehn wichtigsten Aufgaben

Aktualisiert am 03.03.2022  –  Lesedauer: 

Regensburg ‐ Seit einem halben Jahr ist Roland Batz Generalvikar im Bistum Regensburg. Zum Aschermittwoch hat er einen Einblick gegeben, welche Aufgaben er für seine Arbeit als besonders relevant einschätzt. Ein Punkt ist ihm dabei sehr wichtig.

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Der Regensburger Generalvikar Roland Batz hat die Bedeutung der Neuevangelisierung für die Zukunft der Kirche betont. "Wir brauchen eine Reform, wie die Kirche göttlicher wird, denn dann wird sie auch wahrhaft menschlicher", schreibt Batz auf der Bistumsseite am Mittwoch. "Gott muss das Maß bleiben – nicht die Soziologie." Die Beziehung zu Gott sei Grundlage jeder Reform und werde mit Gebet, Buße und Umkehr gepflegt.

Batz stellt seinem Text eine Liste seiner wichtigsten Aufgabenbereiche als Generalvikar voran. Zuerst nennt er die Neuevangelisierung, gefolgt von Seelsorge und dem Dienst der Caritas. Dazu gehören aber auch die Erhaltung von Kirchen im ländlichen Raum sowie die Missbrauchsprävention.

Grundlegend für jede Neuevangelisierung sei die persönliche Umkehr, schreibt der Generalvikar. Dazu gehört für ihn, "einen Lebensstil suchen, der auf Gottes Ruf an uns antwortet". Zudem sollten "neue, gemeinsame Räume" geschaffen und Weggemeinschaften gefunden werden, "damit Bekehrung Bestand gewinnt. Beten, persönlich, gemeinschaftlich und liturgisch". Wege und Inhalte der Neuevangelisierung zu finden sei die entscheidende Herausforderung des Bistums in den kommenden Jahren. Er hinterfragt, ob der Kirche Veränderungen weiterhelfen, die "mit Mehrheitsvoten" durchgesetzt würden. "Richtig ist vielmehr, dass die Kirche zu allen Zeiten und unter großen Herausforderungen stets den Unverfügbaren verkündet hat." Dabei seien die derzeit vieldiskutierten Strukturen immer wieder zu überprüfen.

Taten "verdunkeln das Zeugnis der ganzen Kirche"

Batz bekennt sich zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen. Er bezeichnet Missbrauch als "Katastrophe". Solche Taten "verdunkeln das Zeugnis der ganzen Kirche". Missbrauch und dessen Vertuschung wolle er "konsequent aufarbeiten". "Dabei ist das Wichtigste, die Verletzungen der Opfer zu sehen und ihnen gerecht zu werden. Soweit ich das als Mensch kann." Er nennt als Mittel der Aufarbeitung die gemeinsamen Leitlinien der deutschen Bischöfe, dazu kämen eine Offenheit zum Zuhören und materielle Anerkennung sowie Unabhängige Gremien, die die Aufarbeitung weiterführten. Batz spricht sich weiterhin für eine staatliche Aufarbeitung aus, "um das Bewusstsein der Gesellschaft für den unmittelbaren Schutz von Kindern zu schärfen".

Einen weiteren Schwerpunkt seines Textes nimmt eine Stellungnahme zu Plänen der Bundesregierung ein, Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen zu ermöglichen. "Wenn die Ampel ihr politisches Programm durchsetzt, entzieht die Rechtsgemeinschaft dem ungeborenen Menschen praktisch jeden Schutz." Bei dieser Entscheidung gehe es um ein grundsätzliches und universales Recht, deshalb müsse die Kirche ihre Stimme erheben. Zudem kritisiert Batz die Sterbehilfe. "Der Leidende hat ein Recht auf mitmenschliche Anteilnahme und braucht die Zuversicht eines Mitmenschen, gemeinsam einen Ausweg aus dem als unerträglich empfundenen Zustand heraus zu finden."

Batz ist seit September 2021 Generalvikar des Bistums Regensburg, er ist Nachfolger von Michael Fuchs, der das Amt seit 2013 innehatte. Batz schrieb den Text anlässlich des Aschermittwochs. (cph)

Batz: Die zehn wichtigsten Aufgabenbereiche

  1. Neuevangelisierung: den Menschen unserer Zeit Wege zu Gott eröffnen.
  2. Seelsorge: Sakramente, Liturgie oder priesterliche Begleitung sollen einladend und für alle Menschen erreichbar sein.
  3. Dienst der Caritas: Den Menschen dienen, die Hilfe brauchen.
  4. Kirchliche Schulen: Bildung anbieten, die dem christlichen Menschenbild folgt und Kinder und Jugendliche dabei begleitet, sich als Menschen und Persönlichkeiten zu entfalten.
  5. Kirchen und andere Gebäude erhalten, damit die Kirche im Dorf und ein kulturelles Erbe unserer Region sichtbar bleibt.
  6. Zukunft der Pfarreien: In Zeiten des Umbruchs lebendige Gemeinden bestärken.
  7. Prävention in allen kirchlichen Einrichtungen weiter fest verankern.
  8. Gerechtigkeit für Menschen, die gewalttätige Sexualität oder Körperverletzung von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfahren mussten – besonders dann, wenn die rechtsstaatlichen Instrumente – etwa aufgrund einer Verjährung - nicht mehr greifen.
  9. Das Ordinariat weiterentwickeln als modernes Dienstzentrum für das Bistum.
  10. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen sichern, die notwendig sind, um die Herausforderungen meistern zu können, vor denen die Kirche steht.

(Bistum Regensburg)