Große Beteiligung bei Feier im Petersdom und darüber hinaus erwartet

Bericht: Auch Benedikt XVI. vollzieht Marienweihe von Franziskus mit

Aktualisiert am 24.03.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Am Freitagabend weiht Papst Franziskus die Ukraine und Russland dem Unbefleckten Herzen Mariens – und das wird offenbar ein kirchliches Großereignis, nicht nur in Rom. Es gibt zahlreiche Zusagen, die Weihe zu unterstützen – auch von Benedikt XVI.

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Die Weihe der Ukraine und Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens durch Papst Franziskus wird auch Benedikt XVI. mitvollziehen. Der emeritierte Papst werde sich privat an dem weltweiten Gebet beteiligen, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" (Mittwoch). Unterdessen wird bei der Bußfeier mit anschließender Marienweihe am Freitag im Petersdom eine große Beteiligung erwartet. Alle Plätze in der Basilika seien bereits belegt, auf dem Petersplatz werde es zusätzliche Beichtgelegenheiten geben, informierten Hinweistafeln am Donnerstag auf dem Petersplatz. Zudem soll die Feier auf die Bildschirme vor dem Petersdom übertragen werden; seit Donnerstagmorgen werden Stühle vor der Papstbasilika aufgebaut.

Bei dem Bußgottesdienst möchte Franziskus die gesamte Menschheit, insbesondere die Ukraine und Russland der Gottesmutter Maria weihen. Der Akt, der durch ein besonderes Reue- und Fürbittgebet an die Muttergottes vollzogen werden wird, ist nicht auf den Vatikan beschränkt. Der Papst will die gesamte Weltkirche um sich versammeln, um für Frieden zu beten. In drei Dutzend Sprachen hatte er alle Bischöfe aufgefordert, sich mit ihren Bistümern anzuschließen; es gibt zahlreiche Zusagen, auch aus Deutschland. Nach der Weihe am Freitagabend sollten die Glocken des Petersdoms, eventuell die aller Kirchen Roms läuten, heißt es.

Bischöfe in Ukraine: Glauben an Hilfe der Gottesmutter

Die Bischöfe in der Ukraine setzen indes laut dem internationalen Hilfswerk "Kirche in Not" ihre Hoffnung in den geplanten Weiheakt von Papst Franziskus. Wie das Hilfswerk am Donnerstag in München mitteilte, erklärte Bischof Stanislaw Schyrokoradjuk von Odessa: "Mit großer Hoffnung beten wir mit der ganzen Welt und bitten um das Gebet. Wir glauben an die Hilfe der Gottesmutter Maria." In den ersten vier Kriegswochen sei seine Bischofsstadt von Kämpfen verschont geblieben, nun aber stehe sie unter Beschuss und es gebe häufig Luftalarm, so Schyrokoradjuk. "Wir fürchten ständig einen Angriff vom Meer aus." Die Gedanken an seine Gemeinden und die Menschen in der Region bereiteten ihm ständig Angst: "Mein Gott, so viele Menschen sterben täglich."

Trotz zunehmender Kämpfe hätten sich die katholischen Gemeinden in Odessa und weiteren Regionen des Landes mit Novenen und Andachten auf den Weiheakt vorbereitet, heißt es. So auch in Charkiw im Osten der Ukraine. Von dort meldete sich Bischof Pavlo Honcharuk mit einer Videobotschaft, in der er seine Freude über die Initiative des Papstes zum Ausdruck brachte. Inmitten des Leids und der Zerstörung sei der Weiheakt "ein Zeichen des Sieges Gottes, der Liebe, der Güte und des Lebens". (tmg/KNA)