Kritik von Gläubigen – Pfarrer verteidigt Vorgehen

Pfarrei bietet Kirchen auf eBay Kleinanzeigen zum Verkauf an

Aktualisiert am 13.05.2022  –  Lesedauer: 

Schrecksbach/Frielendorf/Oberaula ‐ Dass Kirchengebäude verkauft werden müssen, ist keine Seltenheit. Dass diese über eBay Kleinanzeigen angeboten werden, ist dagegen unüblich – und hat im Bistum Fulda für Ärger unter den Gläubigen gesorgt.

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Eine ungewöhnliche Immobilienannonce bei eBay Kleinanzeigen hat für Irritationen unter Gläubigen im hessischen Schwalm-Eder-Kreis gesorgt. Mehrere Leser hätten die Kritik geäußert, dass ein Inserat auf dem Portal wohl nicht der richtige, seriöse Weg für den Verkauf eines Kirchengebäudes sei, berichtete die Hessische Niedersächsische Allgemeine am Freitag. Demnach waren die Kirchen in den Orten Schrecksbach, Frielendorf und Oberaula im Bistum Fulda für jeweils 111.111 Euro Verhandlungsbasis eingestellt worden.

Pfarrer Jens Körber kann die Kritik laut Zeitungsbericht nicht nachvollziehen. eBay Kleinanzeigen sei auch für Immobilienanzeigen ein gängiges Medium mit deutschlandweiter Reichweite. Zudem sei die Verkaufsanzeige mit dem Verwaltungsrat abgesprochen gewesen. "Ich weiß, dass der Kirchenverkauf die Emotionen berührt", so der Pfarrer. Mittlerweile habe eBay Kleinanzeigen die Anzeigen allerdings wieder gelöscht, da diese gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen hätten. Laut Bericht ging das Unternehmen offenbar von einem gewerblichen Nutzer aus, obwohl die Anzeige über einen Privataccount geschaltet wurde.

Auf der Internetseite des Pastoralverbunds Schwalmstadt finden sich dagegen weiterhin Dossiers zu den Objekten. Kaufinteressenten müssten neben einem Höchstgebot auch angeben, was künftig mit den Gebäuden passieren solle. "Man muss schon angeben, was man mit dem Gebäude machen möchte", betonte Pfarrer Körber. Der Verkäufer sei nicht verpflichtet, den Zuschlag auf das Höchstgebot zu erteilen. Dass die Kirchengebäude verkauft werden sollen, steht derweil schon seit Ende des vergangenen Jahres fest. Die Profanierungsgottesdienste sind laut der Internetseite des Pastoralverbunds für Juni vorgesehen. (cbr)