Beförderung trotz Belästigungsvorwürfen hatte Kritik ausgelöst

Von Bischof Bätzing beförderter Bezirksdekan zurückgetreten

Aktualisiert am 02.06.2022  –  Lesedauer: 

Limburg ‐ Seine Beförderung trotz Belästigungsvorwürfen hatte vergangene Woche Kritik ausgelöst: Jetzt ist der vom Limburger Bischof Georg Bätzing zum Bezirksdekan ernannte Geistliche von diesem Amt zurückgetreten.

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Der Priester, der vom Limburger Bischof Georg Bätzing trotz Belästigungsvorwürfen zum Bezirksdekan befördert worden war, ist am Donnerstag von diesem Amt zurückgetreten. Der 64-Jährige habe seinen Rücktritt vom Amt des Bezirksdekans selbst angeboten, teilte das Bistum in einer Pressemitteilung mit. Bätzing habe den Rücktritt "mit sofortiger Wirkung" entgegengenommen. Der Geistliche war den Angaben zufolge im Dezember 2020 zum Bezirksdekan ernannt worden.

Bätzing räumte angesichts des Rücktritts Fehler ein und bat die Betroffenen um Verzeihung. Die Entscheidung, den Priester trotz der Vorwürfe zum Bezirksdekan zu befördern, sei falsch gewesen. Er habe nicht gesehen, dass die Entscheidung "für die Betroffenen nur schwer zu ertragen ist und darüber hinaus Irritation und Ärgernis auslöst", so der Limburger Bischof.

Hintergrund des Rücktritts sind Vorwürfe sexueller Belästigung gegen den Priester aus den Jahren 2000 und 2007, die vergangene Woche durch einen Bericht der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt" bekannt geworden waren. Der Priester soll demnach im Jahr 2000 eine evangelische Pfarrerin in Ausbildung verbal und körperlich sexuell belästigt haben. Außerdem soll er zwischen 2006 und 2007 eine katholische Gemeindereferentin in Ausbildung belästigt haben. Das Bistum hatte die Vorwürfe in der vergangenen Woche bestätigt, die Beförderung des Priesters trotzdem zunächst verteidigt. (stz)