Er brauche "den Kopf, nicht die Beine"

Kardinal: Papst Franziskus kann Kirche auch gut im Rollstuhl führen

Aktualisiert am 21.06.2022  –  Lesedauer: 

Buenos Aires ‐ Ein Papst im Rollstuhl? Kein Problem!, sagt Kardinal Kevin Joseph Farrell. Er zieht Vergleiche zu historischen Führungspersönlichkeiten – und sieht in medialen Rücktrittsgerüchten den ausgedrückten Wunsch jener stecken, die Franziskus nicht mögen.

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Der Rollstuhl ist für Papst Franziskus nach Einschätzung des US-amerikanischen Kardinals Kevin Joseph Farrell keine Einschränkung seiner Arbeit als Kirchenoberhaupt. In einem am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Interview der argentinischen Tageszeitung "La Nacion" sagte der Präfekt des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben und Kardinalkämmerer, Franziskus habe ihm gesagt: "Um Papst zu sein und zu führen, brauchst du den Kopf, nicht die Beine."

Zudem zog Farrell einen Vergleich zur US-Geschichte: In den USA sei beispielsweise Franklin Roosevelt vier Mal im Rollstuhl wiedergewählt worden. Der 32. amerikanische Präsident war an Kinderlähmung erkrankt. Farrell sagte weiter, Papst Johannes Paul II. habe einen Wagen oder ein ähnliches Gefährt benutzt, um sich auf dem Petersplatz oder innerhalb der Basilika zu bewegen. Hinter den medialen Gerüchten über einen Rücktritt von Franziskus könnte deswegen der ausgedrückte Wunsch jener stecken, die ihn nicht mögen, so der Kardinal.

Zuletzt hatten internationale Medien wegen des Gesundheitszustandes und des fortgeschrittenen Alters über einen Rücktritt des Papstes spekuliert, der im kommenden Jahr zehn Jahre im Amt sein wird. Der 85-Jährige hat aufgrund seiner Knieprobleme unter anderem die für Anfang Juli geplante Reise in die Demokratische Republik Kongo und den Südsudan sowie die Feierlichkeiten an Fronleichnam absagen müssen. Papstvertraute wie der honduranische Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga und der ehemalige Sprecher von Franziskus aus dessen Zeit als Erzbischof von Buenos Aires, Guillermo Marco, hatten Medienspekulationen über einen bevorstehenden Rücktritt des Kirchenoberhauptes zurückgewiesen. (tmg/KNA)