Nach dem Konkordat sei "Rechtslage klar und eindeutig festgelegt"

Uni-Dekan sieht Zukunft der Priesterausbildung in Bonn

Aktualisiert am 22.06.2022  –  Lesedauer: 
Moraltheologe Jochen Sautermeister
Bild: © Uni Bonn

Zürich/Köln ‐ Bonn oder Köln: Wo sollen die Priesteramtskandidaten des Erzbistums künftig ausgebildet werden? Noch ist nichts entschieden. Doch der Bonner Dekan Jochen Sautermeister sagt, warum die Antwort eigentlich eindeutig ist.

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Die Zukunft der Priesterausbildung im Erzbistum Köln sieht der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn, Jochen Sautermeister, weiter in Bonn. "Nach dem Konkordat, also dem völkerrechtlich bindenden Vertrag zwischen Kirche und Staat, ist die Rechtslage klar und eindeutig festgelegt: Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Bonn ist der Ort der Priesterausbildung", sagte Sautermeister dem Schweizer Portal kath.ch am Dienstag. Versuche, diesen Vertrag aufzuweichen oder zu verändern, könnten das Verhältnis von Staat und Kirche gefährden, warnte er. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand möchte."

Der Moraltheologe begrüßte zudem ein Votum des Priesterrats des Erzbistums Köln für den Standort Bonn. "Katholische Theologie, die gesellschaftlich wirksam und wissenschaftlich bedeutsam sein möchte, ist auf Austausch und Kooperationen mit anderen Wissenschaften und gesellschaftlichen Akteuren angewiesen", betonte Sautermeister. "Die Einbindung in eine Universität bietet hierfür beste Möglichkeiten." Zudem sei das Theologiestudium an der Universität aus staatlichen Mitteln gesichert, was die Kirche wirtschaftlich entlaste.

Endgültige Entscheidung noch nicht getroffen

Vergangene Woche hatte der Priesterrat gegen Pläne gestimmt, die Ausbildungsstätte der Priesteramtskandidaten von Bonn nach Köln zu verlegen. Eine endgültige Entscheidung sei damit aber noch nicht getroffen, teilte die Erzdiözese mit. Weitere Argumente würden geprüft, auf deren Grundlage Kardinal Rainer Maria Woelki entscheide.

Das Erzbistum Köln unterhält bislang das Collegium Albertinum in Bonn, wo angehende Priesteramtskandidaten während ihres Theologiestudiums leben. Zudem gibt es das Priesterseminar in Köln, wo die Kandidaten nach ihrem Studium auf die Priesterweihe vorbereitet werden. Künftig soll es nur noch ein Ausbildungshaus geben.

Eine Vorgabe für eine bestimmte Hochschule war mit der Abstimmung des Priesterrats laut Erzbistum nicht verbunden. Die angehenden Priester können an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn oder an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) studieren. Das Erzbistum hat die frühere Ordenshochschule der Steyler Missionare in Sankt Augustin 2020 übernommen und nach Köln verlegt. Kardinal Woelki ist Großkanzler der KHKT, deren Finanzierung ungeklärt ist. (KNA)