Katholische Unternehmer fordern tiefgreifende Reformen

BKU: Kirche hat als Arbeitgeber viel Attraktivität verloren

Aktualisiert am 29.06.2022  –  Lesedauer: 

Köln ‐ Trotz angemessener Löhne liege die katholische Kiche in Deutschland in den Rankings zur Arbeitgeberbeliebtheit inzwischen stets im hinteren Feld und sei in besonderer Weise vom Fachkräftemangel betroffen, warnt der Bund Katholischer Unternehmer.

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Mit Blick auf die steigenden Austrittszahlen aus der katholischen Kirche in Deutschland hat der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) davor gewarnt, dass die Kirche auch als Arbeitgeber viel Attraktivität verloren habe. Trotz angemessener Löhne liege sie in den Rankings zur Arbeitgeberbeliebtheit inzwischen stets im hinteren Feld und sei in besonderer Weise vom Fachkräftemangel betroffen, erklärte der BKU-Vorsitzende Ulrich Hemel am Mittwoch in Köln. Zu einer guten Führung gehöre es deswegen, das viele Positive in Bildung und Erziehung, in Pflege und Sozialarbeit, in Jugend- und Seniorenarbeit hervorzuheben, was die Kirche leiste, mahnte der BKU-Vorsitzende.

Gleichzeitig sprach sich Hemel für tiefgreifende Reformen aus. Die Kirche müsse weg von ihrem früheren Verständnis als "Gewissen der Nation" und zu einer kompetenten und kontroversen "Akteurin der Zivilgesellschaft" werden, erklärte er. Insbesondere katholische Gemeinden, Verbände und Sozialbetriebe könnten dabei "Inseln der Hoffnung" und "Sinnbild eines guten Miteinanders" sein.

Am Montag hatte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) die Mitgliederzahlen der katholischen Kirche in Deutschland für das Jahr 2021 vorgelegt. Demnach verließen mit knapp 360.000 Menschen so viele Gläubige die Kirche wie noch nie zuvor. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2019 lag bei etwa 273.000 Menschen. Rund 21,6 Millionen Menschen in Deutschland gehören derzeit noch der katholischen Kirche an. (tmg/KNA)