Enge Verzahnung von Erzdiözese und Bernostiftung durch neue Führungsspitze

Streit beigelegt: Erzbistum Hamburg löst Schulstiftung doch nicht auf

Aktualisiert am 01.07.2022  –  Lesedauer: 

Hamburg/Schwerin ‐ Vor zwei Jahren hatte die Ankündigung des Erzbistums Hamburg, eine katholische Schulstiftung aufzulösen, für viel Kritik gesorgt. Die Erzdiözese wollte die Trägerschaft der Schulen selbst übernehmen. Nun wurde der Streit beigelegt.

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Ein Streit zwischen dem Erzbistum Hamburg und dem Schweriner Schulträger Bernostiftung ist offenbar beigelegt. Beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, dass die katholischen Schulen in Mecklenburg und Schleswig-Holstein in Trägerschaft der Stiftung bleiben, sagte ein Sprecher des Erzbistums Hamburg am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Durch eine neue Führungsspitze würden Erzbistum und Bernostiftung künftig eng verzahnt. Das durch das Erzbistum begonnene Aufhebungsverfahren der Stiftung werde eingestellt.

"Unser gemeinsames Ziel ist der Erhalt und die zukunftsgerichtete Entwicklung unserer katholischen Schulstandorte", erklärte Erzbischof Stefan Heße laut einer Mitteilung des Erzbistums. "Dafür setzen wir uns mit ganzer Kraft und unterschiedlicher Expertise ein."

Neuer Direktor der Bernostiftung wird den Angaben zufolge zum 1. August Christopher Haep, der zugleich Leiter der Schulabteilung des Erzbistums bleibt. Stellvertretender Stiftungsdirektor und zugleich Leiter des Schweriner Büros wird der dortige Leiter des Referats Pädagogik, Paul Zehe.

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Die neue Führungsspitze wurde nach Angaben des Erzbistums vom Stiftungsrat gewählt. Zuvor habe Erzbischof Stefan Heße das Gremium neu berufen, nachdem die Amtszeit des früheren Stiftungsrats regulär ausgelaufen sei. Dem Gremium mit acht Mitgliedern, dessen Amtszeit bis 2026 dauert, gehören demnach unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Rostocker, Schweriner und Lübecker Pfarrgemeinden an.

Das Erzbistum Hamburg, dessen Aufsicht die Stiftung unterliegt und das zugleich ihr wichtigster Geldgeber ist, hatte 2020 angekündigt, die Bernostiftung aufzulösen und ihre Schulen in die eigene Trägerschaft zu überführen. Als Grund nannte es das Ergebnis einer Wirtschaftsanalyse, der zufolge die Stiftung ein Defizit von rund zwei Millionen Euro pro Jahr hat. Der damalige Stiftungsrat hatte gegen die Auflösung protestiert.

Die Bernostiftung wurde 2006 als kirchliche Stiftung für Schule und Erziehung in Mecklenburg errichtet. Seit 2010 ist sie auch im benachbarten Schleswig-Holstein tätig. Sie ist Träger zweier katholischer Schulen in Schwerin und Rostock; an einer weiteren Schulträgerschaft in Lübeck ist sie mit 51 Prozent beteiligt. Benannt ist die Stiftung nach Berno, dem 1191 gestorbenen ersten Bischof des damaligen Bistums Schwerin. (KNA)