Erneuerung könne "ein großes Geschenk für die Kirche sein"

Kardinal Marx: Zeit ist reif für Öffnung des Diakonats für Frauen

Aktualisiert am 02.07.2022  –  Lesedauer: 

München ‐ Bei der Feier anlässlich des 150. Geburtstags der Pionierin des Frauendiakonats in der Neuzeit, Ellen Ammann, hat sich auch Kardinal Reinhard Marx für die Öffnung des Diakonats ausgesprochen. Dies könne "ein großes Geschenk für die Kirche sein".

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Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sich für die Öffnung des Diakonen-Amtes für Frauen ausgesprochen. "Ich glaube, dass die Zeit reif ist, dass es für Männer und Frauen offenstehen muss und soll", sagte der Erzbischof von München und Freising laut Pressemitteilung bei einem Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom am Samstag. Generell sei der Diakonat ein Amt, "das in besonderer Weise die Verbindung von Gebet und Einsatz für die Armen sichtbar machen soll, und da hoffe ich sehr, dass wir einen Weg gehen können, dieses Amt noch mehr zu profilieren". Theologisch und praktisch werde noch viel gearbeitet, er sei aber der Überzeugung, "dass diese Erneuerung ein großes Geschenk für die Kirche sein kann", so Marx.

Der Kardinal äußerte sich demnach bei einem Gottesdienst anlässlich des 150. Geburtstags von Ellen Ammann (1870-1932). Die schwedisch-deutsche Politikerin gilt als prägende Gestalt der katholischen Frauenbewegung und Pionierin der Sozialarbeit. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Feier zu ihrem 150. Geburtstag mit zwei Jahren Verspätung nun nachgeholt.

"Möge die große Frau Ellen Ammann uns begleiten auf diesem Weg"

Bereits 1917 habe Ellen Ammann den Kontakt zum damaligen Erzbischof Michael Faulhaber gesucht und ihn gebeten, eine Gruppe von Frauen zu Diakoninnen zu weihen, erklärte Marx. "Möge die große Frau Ellen Ammann uns begleiten auf diesem Weg." Er werde sich um eine Seligsprechung Ammanns mitbemühen, so der Kardinal. Zahlreiche Institutionen, die auf Ellen Ammann zurückgehen, setzen sich laut Mitteilung dafür ein, eine mögliche Seligsprechung ihrer Gründerin prüfen zu lassen.

Marx betonte weiter, Ammann habe sich stets gefragt, wie sie konkrete Probleme im Lichte des Evangeliums lösen könne. "Gebet und Leben, da war für sie nie eine Trennung. Damit ist Ellen Ammann auch eine wichtige Gestalt, die uns hilft, das biblische Gottesbild zu erkennen." Dieses Gottesbild sei entscheiden für den Weg in die Zukunft und solle "im realen Leben der Kirche sichtbar werden im Engagement für die Armen, für die Kranken und für die Leidenden". Spiritualität könne nicht losgelöst werden vom Auftrag, die Welt zu verändern. (cbr)