Es sei ein kritischer Punkt erreicht

Bistum Regensburg: Staat muss kirchliche Schulen mehr fördern

Aktualisiert am 15.07.2022  –  Lesedauer: 

Regensburg ‐ Der Unterhalt kirchlicher Schulen wird zunehmend schwierig. Das Bistum Regensburg fordert mehr Unterstützung des Staates. Sonst müsse sich die Kirche überlegen, ob sie ihrer Bildungspflicht künftig noch nachkommen könne, betont Bischof Voderholzer.

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Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer fordert mehr finanzielle Unterstützung vom Staat für kirchliche Schulen. Sie dürften nicht wie "Ergänzungsschulen" oder "Anhängsel" behandelt werden, sagte Voderholzer in einer Expertenrunde aus Vertretern des bayerischen Landtages und Repräsentanten verschiedenen Schulträger in Regensburg. Anlass waren finanzielle und personelle Engpässe an Schulen in kirchlicher Trägerschaft in der Diözese. Wenn die Politik nicht bald handle, müsse sich die Kirche überlegen, ob sie künftig ihrer Bildungspflicht noch nachkommen könne, so der Bischof. Die Leidtragenden seien Schülerinnen und Schüler.

Angesichts der angespannten Lage müsse darüber gesprochen werden, wie sich die Politik den Bildungsauftrag der kirchlichen Schulen vorstelle, sagte Generalvikar Roland Batz. Es sei ein kritischer Punkt erreicht. Seit Jahren gehe das Bistum bei der Finanzierung, dem Aus- und Aufbau von Schulen mit Millionenbeiträgen "in die Bütt". Die staatlichen Zuschüsse reichten nicht mehr. Veraltete Personalkostenmodelle, fehlende Lehrkräfte und Inflation erschwerten die Lage.

Nach Ansicht des Direktors der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg, Michael Eibl, braucht es eine vollständige Refinanzierung der Lehrkräfte und des Schulaufwandes. Nur dann könne an kirchlichen Schulen in gleicher Weise wie an staatlichen Schulen der Verfassungsauftrag erfüllt werden. (KNA)