Anfangsverdacht des besonders schweren Betrugs nicht bestätigt

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen zu Schule Nonnenwerth ein

Aktualisiert am 18.08.2022  –  Lesedauer: 

Koblenz ‐ Dem neuen Schulträger war vorgeworfen worden, die Franziskanerinnen als Vorbesitzerinnen bei der Übernahme der Schule Nonnenwerth über seine Schließungsabsichten getäuscht zu haben. Doch die Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen nun ein.

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Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat das Ermittlungsverfahren in Zusammenhang mit der Schließung der Schule auf der Rheininsel Nonnenwerth eingestellt. Die Ermittlungen bestätigen laut Mitteilung von Donnerstag den Anfangsverdacht des besonders schweren Betrugs in zwei Fällen nicht. Dem Schulträger war vorgeworfen worden, die Franziskanerinnen als Vorbesitzerinnen sowie Eltern bei der Übernahme der Schule über seine Absichten getäuscht zu haben. Ein Schulverein sowie ein Elternteil eines Schülers hatten Strafanzeige gestellt.

Das private Gymnasium auf der Insel wurde zum Ende des Schuljahres geschlossen. Als Grund führte der Träger um Unternehmer Peter S. hohe Kosten aufgrund massiver Brandschutz-Probleme an. Bis 2020 gehörten Insel und Schule dem Orden der Franziskanerinnen, die seit 1854 auf der Insel in Rheinland-Pfalz an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen wirkten. Sie übertrugen die Verantwortung für die Schule und das Eigentum an der Insel südlich von Bonn 2020 an den Unternehmer.

Fortführung der Schule weder mündlich noch schriftlich zugesagt

Laut Staatsanwaltschaft sagte der Träger dem Orden eine Fortführung der Schule weder mündlich noch schriftlich zu. Der Verkauf wurde demnach auch nicht an eine solche Zusage geknüpft. Der Vorwurf des Betrugs zum Nachteil der Ordensgemeinschaft sei widerlegt.

Darüber hinaus seien vom Schulträger in Zusammenhang mit Spendeneinnahmen keine verbindlichen Zusagen für einen Fortbetrieb der Schule über das zurückliegende Schuljahr hinaus getroffen worden. Auch gebe es keine hinreichenden Belege, dass Verweise auf erhebliche Brandschutzkosten vorgeschoben gewesen wären.

Im November hatten Eltern und Unterstützer des Gymnasiums den Verein "Rettet Nonnenwerth" zum Erhalt der Schule gegründet und sich auch selbst um eine Übernahme bemüht. Versuche, das Bistum Trier oder das Land Rheinland-Pfalz für die Trägerschaft zu gewinnen, waren ebenfalls gescheitert. (tmg/KNA)