"Im Kreuz erkennen wir, dass wir zum Frieden berufen sind"

Erzbischof Schick lobt Söders Kreuzerlass

Aktualisiert am 28.08.2022  –  Lesedauer: 

Hirschfeld ‐ Mit dem Kreuzerlass in Bayern löste Ministerpräsident Markus Söder vor vier Jahren eine kontroverse Debatte aus, auch im kirchlichen Raum. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick findet lobende Worte für die Initiative.

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Vier Jahre nach dem sogenannten bayerischen Kreuzerlass hat der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick die Anordnung als "gute Idee und Initiative" gewürdigt. Das Kreuz könne alle Menschen an Frieden und Solidarität erinnern, sagte Schick am Sonntag in Hirschfeld. "Im Blick auf das Kreuz können wir aus Hass und Neid, Streit und Zwietracht, Gewalt und Krieg befreit werden und zu Menschen der Freiheit, der Versöhnung und des Friedens werden", so Schick. "Im Kreuz erkennen wir, dass wir zum Frieden berufen sind, in dem Heil und Leben sind, im Krieg dagegen sind Tod und Vernichtung, sowie dass Gott Frieden will und keinen Krieg."

Die von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forcierte Anbringung von Kreuzen in den Eingangsbereichen aller Dienstgebäude des Freistaats hatte vor vier Jahren ein kontroverses Echo ausgelöst, auch im Raum der Kirchen. Im Juni scheiterte der kirchenkritische Bund für Geistesfreiheit mit einer Klage gegen die Vorschrift vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Zugleich kündigte die Organisation an, den Rechtsstreit bis zum Bundesverfassungsgericht fortzusetzen.

Schick äußerte sich bei der Weihe eines Friedenskreuzes in Hirschfeld im Frankenwald. Dorfbewohner und Kriegsheimkehrer hatten 1957 erstmals ein solches Kreuz errichtet. Der Erzbischof dankte der Heimkehrergemeinschaft um den heute 98-jährigen Josef Förtsch als letzten lebenden Zeitzeugen im Ort für die Fortsetzung der Tradition. Das neue acht Meter große Kreuz aus Stahl ist beleuchtet und soll nach den Worten von Förtsch für die künftigen Generationen ein Mahnmal an die Schrecken der beiden Weltkriege sein. (KNA)