Weitere Schließungen möglich – Pfarrheim als Ausweichquartier

Um Energiekosten zu sparen: Gemeinde schließt Kirche

Aktualisiert am 02.11.2022  –  Lesedauer: 

Sonsbeck ‐ Drastische Maßnahme im Bistum Münster: Wegen steigender Energiekosten schließt eine Kirchengemeinde ein Gotteshaus. Weitere Kirchenschließungen könnten folgen, sagt der zuständige Pfarrer.

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Die katholische Kirchengemeinde Sonsbeck hat eine Kirche geschlossen. Über die Maßnahme aufgrund der massiv gestiegenen Energiepreise berichtete der WDR am Dienstag. "Wir haben lange überlegt, ob das den Menschen zuzumuten ist, und natürlich werden einige sehr traurig darüber sein", sagte Günter Hoebertz, Pfarrer der Kirchengemeinde St. Maria Magdalena Sonsbeck, der Rheinischen Post vergangene Woche. Während man die Werktagsmessen in eine andere Kirche verlege, entfalle die Vorabendmesse am Samstag.

Die Gemeinde habe entschieden, in den weiterhin geöffneten Kirchen die Gas-Heizungen abzuschalten. Die Entscheidung dazu hätten Kirchenvorstand und Pfarreirat schnell getroffen: "Wir können von den Privatleuten nicht erwarten, dass sie weniger heizen, und es selbst nicht tun", sagte Hoebertz. Als Kirchengemeinde habe man eine Vorbildfunktion und müsse versuchen, durch "geringeren Verbrauch die Preise für andere erträglich zu halten".

Sollte es in den ungeheizten Ausweichkirchen zu kalt werden, werde man auch sie schließen und für die Gottesdienste in ein modernisiertes Pfarrgemeindehaus umziehen. Die Maßnahmen gelten vorerst bis Aschermittwoch. An Weihnachten und – auf Wunsch – bei Beerdigungen werde man die geschlossene Kirche jedoch öffnen. (ben)