Pläne für europäischen Teil der Weltsynode vorgestellt

Katholische Kirche in Europa berät in neuem Format

Aktualisiert am 14.12.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Im Februar findet der europäische Teil der Weltsynode im tschechischen Prag statt. Wie genau die dortigen Beratungen von Bischöfen und weiteren Kirchenvertretern vonstattengehen sollen, wurde nun erläutert.

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Bischöfe und weitere Kirchenvertreter wollen im nächsten Jahr in einem neuen Format über die Zukunft ihrer Kirche beraten. Am europäischen Teil der Weltsynode, der vom 5. bis 12. Februar im tschechischen Prag stattfindet, werden knapp 600 Kirchenvertreter teilnehmen, zwei Drittel davon online zugeschaltet. Die Pläne zu der Versammlung wurden am Mittwoch im Vatikan vorgestellt.

Der Präsident und der Vizepräsident des Europäischen Bischofsrats CCEE, Erzbischof Gintaras Grusas und Kardinal Jean-Claude Hollerich, erläuterten den geplanten Ablauf. Laut Grusas werden in einem ersten Abschnitt vom 5. bis 9. Februar 200 Delegierte in Präsenz sowie 390 online zugeschaltet beraten. Danach folgt eine "Reflexionsphase" am 10. und 11. Februar, an der ausschließlich die Vorsitzenden der 39 europäischen Bischofskonferenzen beteiligt sind.

An den ersten fünf Beratungstagen ist jede Bischofskonferenz durch 14 Teilnehmer vertreten. Dies sind der jeweilige Vorsitzende, drei anwesende sowie zehn zugeschaltete Vertreter. Hinzu kommen 44 von der CCEE berufene Teilnehmer in Präsenz. Hollerich appellierte an die Bischofskonferenzen, möglichst vielfältige und repräsentative Teams zu entsenden, die in etwa die kirchliche Wirklichkeit in den jeweiligen Gebieten abbildeten.

Debatten finden medienöffentlich statt

Die Debatten in Prag finden nach Angaben des CCEE-Sekretariats medienöffentlich statt. Die Delegierten sollen auf der Grundlage einer bereits erfolgten europaweiten Befragung der Ortskirchen Vorschläge machen, wie künftig zusammen mit den Bischöfen das gesamte "Volk Gottes" an Entscheidungen in der Kirche beteiligt werden kann. Ferner werden sie die Frage erörtern, wie die Kirche unter den gesellschaftlichen Bedingungen der Gegenwart ihren Auftrag erfüllen kann.

Über diese als "Synodalität" bezeichnete neue Arbeitsweise der katholischen Kirche sollen im Oktober 2024 in Rom mehrere hundert Bischöfe aus allen Erdteilen final abstimmen. Dabei werden die Vorschläge aus den einzelnen Kontinenten berücksichtigt. Hollerich betonte, es gehe darum, einen "katholischen Weg der Synodalität" zu finden, dieser werde weder mit den evangelischen noch mit den ostkirchlichen Synoden identisch sein, sondern ein eigener Weg.

Die deutschen Teilnehmer für den europäischen Teil der Weltsynode waren Ende November benannt worden. Es sind der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, ZdK-Vize Thomas Söding und die DBK-Generalsekretärin Beate Gilles. Die weiteren zehn Personen, die an der Konferenz digital teilnehmen, sollten noch bekannt gegeben werden. (tmg/KNA)