Überraschender Rücktritt: kfd braucht neue Vorsitzende
Nach nicht einmal einem Jahr sucht die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) eine neue Vorsitzende: Die erst im vergangenen Juni gewählte CDU-Bundestagsabgeordnete Anne König hat auf eigenen Wunsch ihr Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt, teilte der Verband am Freitag mit. Bis zur Neuwahl einer Nachfolgerin wird die Arbeit kommissarisch von den stellvertretenden Vorsitzenden Ulrike Göken-Huismann und Lucia Lagoda übernommen. König werde weiterhin kfd-Mitglied bleiben. Gründe für den überraschenden Rücktritt nannte der Verband nicht.
Die kfd hatte König im vergangenen Jahr als Nachfolgerin von Mechthild Heil an die Spitze der kfd gewählt. Wie Heil gehört sie der CDU-Bundestagsfraktion an. Nach ihrer Wahl zur kfd-Vorsitzenden hatte König angekündigt, den Verband als starke Stimme und offenen Diskursraum zu stärken. "Dabei ist mir wichtig, dass wir im Team gemeinsam etwas gestalten – dass neue Ideen zugelassen werden, dass Veränderung möglich bleibt und wir uns niemals in selbstbezogener Verwaltung erschöpfen", so König.
König ist Jahrgang 1984 und wuchs im westfälischen Borken auf. Seit 2021 ist sie direkt gewählte Abgeordnete des Wahlkreises Borken II. Zuvor war sie Lehrerin für Mathematik, Religion und Geschichte und Rektorin einer Gesamtschule. Sie ist Ehrenpräsidentin der "Frauenschützen Münsterland". Die kfd ist mit nach eigenen Angaben 265.000 Mitgliedern in 20 Diözesanverbänden und einem Landesverband der größte katholische Frauenverband und einer der größten Frauenverbände Deutschlands. Die kfd vertritt die Interessen von Frauen in den Bereichen Politik, Kirche und Gesellschaft auf nationaler und internationaler Ebene. (fxn)
