Bischof Wilmer weist Angriffe Trumps auf Papst Leo XIV. zurück
Die Diplomatie des Heiligen Stuhls ist für den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) unverzichtbar. Diplomatie sei eine "Brücke zu Verständigung und Frieden", sagte Bischof Heiner Wilmer bei der Verabschiedung von Nuntius Nikola Eterović am Mittwoch in Berlin. Dankbar schaue er auf die Friedensbemühungen von Papst Leo XIV., "die wir auch durch andere Auffassungen aus Washington in keiner Weise gering schätzen".
Deutlich wandte sich der DBK-Vorsitzende gegen die US-amerikanische Kritik am Papst: "Papst Leo XIV. in diesen Tagen seiner Friedensmission von Algerien durch den afrikanischen Kontinent derart politisch von einer Seite belehren zu wollen, ist inakzeptabel." Es bleibe zu hoffen, dass die Weltgemeinschaft das diplomatische und pastorale Wirken des Papstes weiter in der Weise anerkenne, "wie es angemessen ist und nicht wie es von partikularen Interessen großer Mächte in Misskredit gebracht wird", so Wilmer weiter.
Nikola Eterović war von 2013 bis 2026 Apostolische Nuntius in Berlin.
Mit seiner Ansprache würdigte Wilmer den scheidenden Apostolischen Nuntius Eterović. Papst Leo XIV. hatte den altersbedingten Rücktritt des Vatikandiplomaten vor zwei Wochen angenommen und den Niederländer Hubertus van Megen zu seinem Nachfolger ernannt. Die letzten Jahre der Amtszeit Eterovićs waren geprägt durch den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland. "Gewiss, lieber Herr Nuntius, wir Deutsche sind nicht immer einfach und manchmal kann man über uns auch mit den Augen rollen", so Wilmer. Als Diplomat und Seelsorger habe Eterović aber "in einer einfühlsamen Balance die Kirche in Deutschland genommen und begleitet, wie sie ist: vielfältig und fromm, politisch und theologisch versiert". Er sei ihm dankbar, dass er die Deutschen als Ortskirche respektiert habe, wie sie seien, so Wilmer.
Dank für weltkirchliche Perspektive in deutschen Reformdebatten
Der DBK-Vorsitzende dankte für die Präsenz des Nuntius bei den Vollversammlungen der Bischofskonferenz. "Dabei ging es um das Zuhören, das Verstehen manches Mal auch unterschiedlicher Meinungen, aber doch der Überzeugung für die gemeinsame Sache", so Wilmer. Die katholische Kirche in Deutschland stehe vor der großen Herausforderung, wie sie das Evangelium weiter in die Gesellschaft hinein verkündigen könne. "Dazu führen wir auf der Ebene der Bischofskonferenz zahlreiche Diskussionen und ringen miteinander, um in der Vielfalt hörbar und prägend zu sein." Der Nuntius habe in diese Debatten die wichtige Dimension der Weltkirche eingebracht. Auch für die Begleitung des Synodalen Wegs zeigte sich Wilmer dankbar. Positiv hob er heraus, dass Eterović bei den Synodalversammlungen anwesend war, "und ich möchte betonen, Sie haben nie gefehlt".
Während seiner Amtszeit wurden die Interventionen Eterovićs von den deutschen Bischöfen nicht immer positiv aufgenommen. Nach der DBK-Vollversammlung im Frühjahr 2023, bei der der Nuntius die Entscheidung Roms darlegte, dass die Kirche in Deutschland keine synodalen Räte einrichten dürfe, kritisierte Wilmers Vorgänger, der Limburger Bischof Georg Bätzing, Eterović scharf. Es sei ihm phasenweise fast unerträglich gewesen, dem Grußwort des Nuntius zuzuhören. Eterović hatte sich zum Einen zu den ursprünglich angedachten Synodalen Räten, also gemeinsamen Leitungsorganen von Laien und Klerikern, geäußert. Deren Gründung schließe der Vatikan auch auf Bistumsebene aus, hieß es. Andererseits erläuterte der Nuntius, warum es aus Sicht von Papst Franziskus nicht möglich sei, Frauen zu Priestern zu weihen. Beim Grußwort zur letzten DBK-Vollversammlung in seiner Amtszeit warnte Eterović im Februar die Bischöfe vor Spaltungen durch Reformen und führte als Beispiel einen als Ketzer verurteilten kroatischen Bischof an. (fxn)
