Eine zerstörte Kirche in Damaskus, aufgenommen am 20. April 2014.
Caritas internationalis und Vatikan rufen zu Friedensinitiative auf

Kirche fordert politische Lösung für Syrien-Krieg

Vor Beginn des neuen Jahres haben das Hilfswerk Caritas internationales und der Vatikan zu einer politischen Lösung des Syrien-Krieges aufgerufen. Der Bischof von Aleppo wandte sich in einer Predigt gegen Waffenlieferungen an Gegner des Assad-Regimes.

Vatikanstadt - 01.01.2016

In seiner Neujahrsbotschaft lobte Bischof die ausländischen Staaten dafür, dass sie syrische Flüchtlinge "in Würde und Respekt" aufnähmen. Ziel müsse aber sein, ein Syrien zu schaffen, "in das sie eines Tages zurückkehren können". Audo wandte sich entschieden gegen Rüstungshilfen für Gegner der Regierung Baschar al-Assads. Die internationale Gemeinschaft dürfe nicht Milizen "unter dem Deckmantel der Bewaffnung der moderaten Opposition" unterstützen. Krieg und Frieden in Syrien lägen in der Hand der Großmächte, sagte der Bischof.

In fünf Jahren Krieg sei Syrien von einem "wunderschönen und autarken Land" zu einem "Sklaven" der Weltmächte wie auch der Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien herabgesunken. Gewalt und religiöser Extremismus hätten das Land materiell und moralisch verarmen lassen. Syrien habe seine Bildungs- und Wirtschaftselite verloren, so Audo. Die internationale Gemeinschaft müsse Friedensgespräche mit allen Beteiligten "ohne Vorbedingungen" beginnen und den Aufbau einer Regierung der nationalen Einheit begleiten. Frieden könne "nur von innerhalb der Region kommen und nicht von außen aufgezwungen werden", sagte der Bischof. (KNA)

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Die syrische Gemeinde St. Dimitrios ist in Köln eine wichtige Anlaufstelle für christliche Flüchtlinge aus dem Nahen Osten. Auch Khalid aus Syrien gehört dazu. Vor zwei Jahren floh er mit seiner Mutter vor dem Bürgerkrieg in seinem Heimatland.