Kerzen brennen auf einem Friedhof.
Was feiern wir an den beiden Tagen?

Allerheiligen und Allerseelen für Kinder erklärt

Anfang November gibt es gleich zwei wichtige Tage nacheinander für Christen: Allerheiligen und Allerseelen. Katholisch.de erklärt in leicht verständlicher Sprache, was hinter den beiden Tagen steckt.

Von Edda Görnert |  Bonn - 23.10.2018

Allerseelen ist etwas ganz Besonderes für alle, die einen lieben Menschen in ihrem Leben verloren haben: Allerseelen ist ein eigener Tag für die Verstorbenen. Der Name kommt daher, weil wir an diesem Tag "aller Seelen gedenken". Christen glauben, dass ein Mensch nicht nur einen Körper hat, sondern auch eine Seele. Die Seele ist das, was jeden Menschen besonders macht; was er fühlt und was er denkt. Wenn ein Mensch stirbt, bleibt der tote Körper zwar auf der Erde und wird begraben; die Seele des Menschen aber geht in den Himmel zu Gott. Die Körper der Toten kommen auf einen Platz, den wir Friedhof nennen. Dort sind alle Toten begraben. Auf das Grab kommt ein Grabstein, auf dem meistens steht, wer dort begraben liegt und von wann bis wann er oder sie gelebt hat. Die Familien möchten den Toten auch nach deren Tod noch zeigen, wie lieb sie sie haben. Deshalb pflanzen sie Blumen und Büsche auf den Gräbern und stellen eine Kerze, ein sogenanntes "Grablicht", als Anerkennung gegenüber dem geliebten Menschen, der drin liegt auf.

Auf Friedhöfen ist an Allerseelen besonders viel los: Alle besuchen die Gräber ihrer Omas, Opas, Mamas und Papas, die schon im Himmel sind. Um den Toten zu zeigen, dass man an sie denkt, stellt man Kerzen und schöne Blumengestecke auf dem Grab auf. Die Blumen sind ein Geschenk für den Verstorbenen, damit das Grab, in dem der tote Mensch liegt, geschmückt ist und schön aussieht. Die Kerzen, die wir auch "Seelenlicht" nennen, sollen zeigen, dass Gott immer bei den Toten ist. Viele beten an diesem Tag dafür, dass Gott die Verstorbenen mit zu sich in den Himmel nimmt. Gemeinsam mit dem Priester gehen sie über den Friedhof, während der Priester die Gräber links und rechts segnet. Damit wünscht er den Verstorbenen ein schönes Leben im Himmel.

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Video: © katholisch.de

Allerheiligen? Da war doch was – irgendwas mit der Kirche. Aber was genau wir an diesem Tag eigentlich feiern, hat katholisch.de knapp zusammengefasst.

An Allerheiligen gedenken wir aller Heiligen

Mittlerweile gehören Allerheiligen und Allerseelen für viele Leute zusammen und viele bringen die Blumen und Kerzen für die Verstorbenen schon an Allerheiligen auf den Friedhof. Das hat auch damit zu tun, dass man an Allerheiligen frei hat – an Allerseelen nicht. Dadurch haben viele Menschen, die arbeiten oder zur Schule gehen, an Allerheiligen mehr Zeit als an Allerseelen. So können sie sich an Allerheiligen mehr Zeit für ihre Liebsten auf dem Friedhof nehmen und in Ruhe für sie beten.  

An Allerheiligen gedenken wir aller Heiligen. Das sind Leute, die meistens schon sehr lange tot sind, an die wir aber trotzdem noch denken möchten. Zum Beispiel, weil sie mit der Hilfe Gottes besonders tolle Sachen gemacht haben. Mutter Teresa ist eine von ihnen: Sie wurde auch "Engel der Armen" genannt, weil sie vielen Armen und Kranken in der Welt geholfen hat. Es gibt noch ganz viele andere Heilige, die gute Dinge für andere gemacht haben oder sogar für andere gestorben sind. Und es gibt Menschen, die für ihren Glauben an Gott gestorben sind, weil andere Leute sie dafür umbrachten. All diese Menschen sind für die Christen heilig.

An Allerheiligen denken wir aber auch an Menschen, die ihr Leben im Glauben an Jesus und Gott gelebt haben – von denen niemand weiß, dass sie heilig sind, außer Gott. An all diese Menschen möchten wir an Allerheiligen denken und ihnen im Gebet dafür danken, dass sie so tolle Sachen gemacht haben. Damit möchten wir ihnen zeigen, dass sie nicht vergessen sind, obwohl sie zum Teil schon lange tot sind.

Linktipp: "Wie ist das, wenn jemand tot ist?"

"Wie ist das, wenn jemand tot ist?" oder "Mama, musst du auch sterben?" Wie man mit Kindern über den Tod sprechen kann und was ihnen Trost spendet, erklärt die Theologin Christine Fleck-Bohaumilitzky.

Von Edda Görnert