Bericht: Exorzisten haben mehr zu tun
In Deutschland sind drei Exorzisten des Verbandes AIE tätig

Bericht: Exorzisten haben mehr zu tun

Exorzisten werden nach einem Bericht der Italienischen Bischofskonferenz immer häufiger nachgefragt. Der Bericht schreibt auch, warum die Zahlen gestiegen sind.

Rom - 03.12.2016

Mangelberuf Teufelsaustreiber: Den weltweit rund 400 speziell ausgebildeten katholischen Priestern im Internationalen Exorzisten-Verband AIE steht eine wachsende Zahl von Klienten gegenüber, wie der Pressedienst der Italienischen Bischofskonferenz (Samstag) meldet. Die steigende Nachfrage hänge mit immer weiter verbreiteten okkulten und satanistischen Praktiken zusammen.

Erschwerend kommt dem Bericht zufolge hinzu, dass die Kämpfer gegen das Böse auf dem Globus ungleich verteilt sind: Von den 404 Priestern des Exorzisten-Verbands und 124 Hilfskräften - geschulten Laien - arbeiteten allein 240 Priester und 62 Helfer in Italien. Das europaweit zweithöchste Aufgebot hat demnach Polen mit 120 Teufelsaustreibern - die allerdings nicht dem Verband angehören, sondern der nationalen Bischofskonferenz zugeordnet sind.

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Etwa 20 Anfragen nach einem Exorzismus bekäme er pro Woche, berichtet ein US-amerikanischer Priester. Er vermutet, dass es mehr werden könnten - und hat dafür eine einfache Erklärung. (Artikel von November 2016)

In Deutschland und Österreich sind laut den Angaben jeweils drei Exorzisten der internationalen Vereinigung tätig. In ganz Afrika zählt der Verband gerade mal sechs Mitglieder, zwei davon in Simbabwe. Für die Berufsstandards sei "eine ernsthafte und ständige Bildung" nötig, sagte Verbandspräsident Francesco Bamonte dem Pressedienst. Um die kirchlichen Regeln - etwa auch zur Zusammenarbeit mit Medizinern und Psychologen - in der Praxis zu vertiefen, erarbeitet die 2014 vom Vatikan anerkannte Vereinigung mit Sitz in Rom dem Bericht zufolge eigene Leitlinien.

Zeichen für dämonisches Wirken

Über die Zahl der Personen, die sich wegen mutmaßlicher Besessenheit an einen Exorzisten wenden, gebe es keine verlässlichen Angaben, hieß es weiter. Zeichen für dämonisches Wirken seien eine spontane Kenntnis fremder Sprachen, das Wissen um verborgene Dinge, unerklärliche Körperkräfte und Abscheu gegenüber allem Heiligen. (KNA)

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Der Kölner Prälat Helmut Moll ist Beauftragter des Erzbistums Köln für Selig- und Heiligsprechungen und Experte für Exorzismus. Im Interview spricht er über ein falsches Verständnis und die biblischen Grundlagen der Dämonenaustreibung. (Artikel von April 2016)