Ein Richterhammer und eine Waagschale als Symbole für das Gerichtswesen.
Erzbischof aus Guam will eigene Unschuld beweisen

Missbrauch: Erzbischof wehrt sich gegen Vatikan-Urteil

Er soll des Amtes enthoben werden und nicht mehr auf Guam leben dürfen: Gegen dieses Urteil wegen sexuellen Missbrauchs will Anthony Sablan Apuron Berufung einlegen. Er ist von seiner Unschuld überzeugt.

Hagatna - 18.03.2018

Der nach Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochene frühere US-amerikanische Erzbischof Anthony Sablan Apuron hat gegen das Urteil der vatikanischen Glaubenskongregation Berufung eingelegt. "Gott ist mein Zeuge: Ich bin unschuldig, und ich freue mich, meine Unschuld im Berufungsprozess beweisen zu können", ließ er seinen Anwalt in einer Erklärung mitteilen, wie die Zeitung "The Guam Daily Post" (Samstag) meldete. Er sei erleichtert, dass der Vatikan die "Mehrzahl der Anklagen" gegen ihn verworfen habe.

Ehemalige Messdiener erheben Vorwürfe

Apuron war seit 1986 Erzbischof von Agana auf der zu den USA gehörenden Insel Guam im Westpazifik. Nach Vorwürfen von vier ehemaligen Messdienern, der heute 72-Jährige habe sie in seiner Zeit als Priester sexuell missbraucht, wurde er von Papst Franziskus im Juni 2016 beurlaubt. Zudem beschuldigte ihn sein Neffe, der Erzbischof habe ihn 1989 oder 1990 als Teenager vergewaltigt.

Die Glaubenskongregation nahm wegen der Vorwürfe Ermittlungen auf. Nach Anhörungen der Opfer auf Guam im vergangenen Jahr gab die Vatikanbehörde am Freitag das Urteil gegen Apuron bekannt, ohne Einzelheiten zu nennen. Es hieß lediglich, das Gericht habe ihn in "einigen" Anklagen für schuldig befunden. Demnach soll Apuron seinen Bischofstitel verlieren und sich nicht mehr auf Guam niederlassen dürfen.

Strafe bleibt ausgesetzt

Bis zu einer Entscheidung in dem nun angestrengten Berufungsverfahren bleibt die Strafe ausgesetzt. Wie lange der Prozess nun weitergehen wird, ist nach Angaben der Zeitung noch offen. (KNA)

Linktipp: Aufarbeitung des Missbrauchsskandals

Der Missbrauchsskandal erschütterte die katholische Kirche in ihren Grundfesten. Seit 2010 die ersten Fälle bekannt wurden, bemüht sich die Kirche um Aufarbeitung der Geschehnisse. Katholisch.de dokumentiert die wichtigsten Etappen.