Was kostet der Tod?
Die Finanzierung von Beerdigungen sind oft ein Tabuthema

Was kostet der Tod?

Was für Beerdigungen bezahlt werden muss, ist genauso ein Tabuthema wie der Tod selbst. Neue Zahlen von Stiftung Warentest und Bestattern zeigen jedoch: Der finanzielle Aspekt sollte nicht unterschätzt werden.

Von Paula Konersmann (KNA) |  Bonn - 05.11.2016

Einfacher, Standard- oder Premium-Sarg? Schlichte, gehobene oder gar keine Trauerzeremonie? Diese Fragen stellen sich Hinterbliebene, wenn eine Beerdigung zu planen ist. Blumenschmuck, Grabstein und Traueranzeigen sind weitere Details, die es zu bedenken gilt. Die Kosten sind dabei häufig ein heikles Thema. Schätzungen zufolge geben Menschen heute - teils notgedrungen, teils bewusst - weniger Geld für Bestattungen aus. Manchmal fehle deshalb ein würdiger Rahmen, sagen Experten.

Entsorgungsmentalität gegenüber Toten

Oliver Wirthmann kennt die Problematik. Teils gebe es eine "merkwürdige Entsorgungsmentalität gegenüber Toten", hat der Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur in Düsseldorf beobachtet. Auch zu den Gründen hat er eine Vermutung: "Tod und Sterben sind auch in unserer offenen Gesellschaft noch immer ein Tabuthema, deshalb wissen viele Menschen nicht, was eine Bestattung kostet und haben in dieser Hinsicht kein Preisgefühl."

Friedhof: Die letzte Ruhestätte

Was ist im Todesfall zu beachten? Welche Formen der Beisetzung gibt es in Deutschland? Wie hat sich die Bestattungskultur verändert und wie ist es heute um den Friedhof bestellt? Katholisch.de gibt in einem umfangreichen Dossier Antworten auf diese und andere Fragen.

Verschiedene Anbieter wollen das ändern. Das Serviceportal der LV 1871, vorsorgeweitblick.de, stellt beispielsweise einen Rechner für Bestattungskosten zur Verfügung. Wer stets die einfache Variante wählt, landet bei Kosten um die 2.500 bis 3.000 Euro - doch auch 20.000 Euro sind möglich, wenn man immer "gehoben" anklickt.

Bei aeternitas.de findet sich eine Tabelle mit üblichen Preisspannen für Posten wie den Totenschein, einen Trauerredner oder auch die Dauergrabpflege. Allerdings weist die Verbraucherinitiative auch darauf hin, dass die Preise - abhängig von den Wünschen der Hinterbliebenen und vom Anbieter - erheblich schwanken können.

Die durchschnittlichen Bestattungskosten liegen laut Stiftung Warentest bei 6.000 Euro; hinzu kommen oft noch ein Honorar für den Notar oder Aufwendungen für Grabpflege. Auch die Region, in der jemand beerdigt wird, spielt eine Rolle für die Höhe der Beerdigungskosten.

Was nutzt eine Sterbegeldversicherung?

Über Sterbegeldversicherungen lässt sich zumindest ein Anteil dieser Kosten decken. Hier wird nicht mehr für den Lebensabend angespart, sondern für die Bestattung - die Begünstigten erhalten die erzielte Summe, wenn der Versicherungsnehmer stirbt. "Sie entlasten Ihre Familie und Angehörigen und sichern sich selbst einen würdevollen und selbstbestimmten Abschied", wirbt Monuta, nach eigenen Angaben in Deutschland einer der führenden Anbieter in punkto Trauerfall- und Bestattungsvorsorge.

Die Höhe der Versicherungsbeiträge hängt vom Gesundheitszustand des Betroffenen ab. Mögliche Hürden sind eine Wartezeit bei den Policen sowie die Dauer der Beitragszahlung. Aeternitas empfiehlt, zunächst das persönliche Wunschbudget zu ermitteln - etwa über einen Kostenvoranschlag bei einem Bestatter.

Danach sollten Finanzierungsformen verglichen werden: neben einer Sterbegeldversicherung etwa die Einrichtung eines separaten Bankkontos, dessen Zweck testamentarisch festgeschrieben werden kann. Auch denkbar sei, Bestattungskosten bei der Lebensversicherung mitzubedenken, so die Verbraucherzentrale NRW. Bei Sterbegeldversicherungen zahle man meist mehr ein, als die Hinterbliebenen dann als Bestattungsgeld erhalten. Aeternitas rät zudem, die inhaltliche Gestaltung der Beerdigung über einen Bestattungsvorsorgevertrag zu regeln.

Auch vorsorgeweitblick.de nennt diesen Punkt - einen Bestatter auszuwählen und einen Vertrag abzuschließen - als ersten Punkt auf einer Checkliste, was bei einer Bestattung zu organisieren ist. Sie gibt auch nützliche Hinweise, die Trauernde vielleicht sonst vergessen: Beim Tod von engen Angehörigen steht Arbeitnehmern teilweise Sonderurlaub zu.

Bild: © KNA

Die Kosten für eine Beerdigung fangen bei etwa 2.500 Euro an - aber auch 20.000 Euro kann schnell ausgeben, wer eine gehobene Variante wählt.

Mit dem Bestatter über Details zu sprechen, empfiehlt auch Wirthmann. Wohl zu überlegen sei etwa der Weggang vom traditionellen Familiengrab. "Vielen ist nicht bewusst, dass eine Urne auch im Familiengrab beigesetzt werden kann."

Passt die Bestattung zum Verstorbenen?

Auf keinen Fall solle jemand vorschnell auf eine traditionelle Grabstätte verzichten, meint der Experte. Auch ein Abschied in aller Stille könne womöglich fernere Bekannte des Verstorbenen vor den Kopf stoßen. Wirthmanns Tipp: "Man sollte sich immer die Frage stellen, ob die Bestattung zu dem Leben des Verstorbenen passt und ihm gerecht wird."

Von Paula Konersmann (KNA)