Weitreichende Corona-Beschränkungen ab Mitte nächster Woche

Katholische Kirche begrüßt Gottesdienstregeln – Vorsicht geboten

Aktualisiert am 13.12.2020  –  Lesedauer: 

Bonn/Berlin ‐ Trotz verschärftem Lockdown ab Mitte kommender Woche: Gottesdienste und offene Kirchen sind weiter möglich. Die Kirche in Deutschland freut das. Gleichzeitig heißt es aber auch: Große Vorsicht und Hygienemaßnahmen bleiben wichtig.

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Die katholische Kirche in Deutschland begrüßt die "derzeitige Möglichkeit für die weitere Feier von Gottesdiensten zum jetzigen Zeitpunkt". Der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) weiter: "Gleichzeitig rufen wir erneut zu äußerster Vorsicht und der strikten Einhaltung aller vorhandenen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen auf. Verantwortung und Augenmaß sind das Gebot der Stunde." In den nächsten Tagen würden - wenn erforderlich – weitere Gespräche auf Länder- und Bundesebene geführt.

Trotz der am Sonntag verkündeten härteren Corona-Einschränkungen bleiben Gottesdienste auch über Weihnachten weiter möglich. Dabei gelten unter anderem eine Maskenpflicht auch am Platz und ein Gesangsverbot. Diese und andere Hygiene-Bestimmungen müssten strikt eingehalten werden, mahnte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag in Berlin.

Unter Federführung des zuständigen Bundesinnenministeriums werde man die Details in Gesprächen mit den Kirchen und Religionsgemeinschaft in den kommenden Tagen klären, ergänzte die Kanzlerin nach den Gesprächen mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder.

Vorgaben für Gottesdienste

Im gemeinsamen Beschluss steht wörtlich: "Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen sowie die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sind nur unter folgenden Voraussetzungen zulässig: Der Mindestabstand von 1,5 Metern wird gewahrt, es gilt Maskenpflicht auch am Platz, der Gemeindegesang ist untersagt."

Bei Zusammenkünften, in der Besucherzahlen erwartet würden, die zu einer Auslastung der Kapazitäten führen könnten, sei zudem "ein Anmeldungserfordernis einzuführen" Bei den Gesprächen "innerhalb und mit den Glaubensgemeinschaften" gehe es darum, "im Lichte des weiteren Infektionsgeschehens zu geeigneten Regelungen für religiöse Zusammenkünfte zu kommen".

Sicher sei es für viele Menschen eine große Belastung und Einschränkung, nur mit Maske und Anmeldung und ohne Gesang den Gottesdienst besuchen zu dürfen, betonte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU): "Aber gerade in der Kirche geht es um das Leben und den Schutz der Menschen, deshalb ist das gut vertretbar."

Die Sinnhaftigkeit von Präsenzgottesdiensten in der Pandemie wird seit Kurzem wieder verstärkt diskutiert. Thomas Sternberg, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), hät ein generelles Gottesdienstverbot für nicht erforderlich: "Mit Abstandsgebot, Meldepflicht, Desinfektion und Rücksicht sind Gottesdienste geplant und möglich", sagte er. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sagte vor wenigen Tagen, die Kirchen seien auf Weihnachten besser vorbereitet als im Frühjahr auf Ostern. Es gebe viele kreative Ideen, wie das Fest Corona-gerecht gefeiert werden könne. Dagegen hatte Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus die Kirchen aufgerufen, sich Alternativen zu Gottesdiensten zu überlegen. "Gegebenenfalls muss da aber auch noch auf dem Verordnungsweg nachgesteuert werden." (cph/KNA)