Kirchliches Strafrecht wurde reformiert

Katholische Frauen: Strafrecht zementiert Verbot der Frauenweihe

Aktualisiert am 02.06.2021  –  Lesedauer: 

Düsseldorf ‐ Das Strafrecht der Kirche ist reformiert, doch die katholischen Frauen beklagen: Die Tür für eine Frauenordination ist weiterhin geschlossen. Das sei eine große Enttäuschung und ein "erneuter Schlag ins Gesicht für uns Frauen."

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Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) kritisiert Teile der Reform des kirchlichen Strafrechts. Diese führten vor Augen, dass der Vatikan die Tür für einen Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern unbedingt geschlossen halten wolle, sagte die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Agnes Wuckelt am Mittwoch in Düsseldorf. "Die Kirchenlehre steht über allem – das ist nicht neu, aber es ist natürlich eine große Enttäuschung und ein erneuter Schlag ins Gesicht für uns Frauen. Das Verbot der Frauenordination soll damit noch einmal zementiert werden", beklagte sie.

Wuckelt appellierte an alle Mitstreiter und Mitstreiterinnen, sich nicht beirren zu lassen. "Im Synodalen Weg werden wir alles tun, um diese Tür zu öffnen. Als kfd stehen wir für ein neues Amtsverständnis – das die Partizipation von Frauen in der Kirche und ihre volle Teilhabe an der Vielfalt von Ämtern in der Kirche umfasst", betonte sie.

Mit einer am Dienstag veröffentlichten Reform hat die Kirche ihr Strafrecht verschärft. Delikte wie Missbrauch, Verletzung der Aufsichtspflicht und finanzielle Vergehen werden genauer bestimmt und stärker geahndet. Als Delikt explizit aufgenommen wurde aber auch der Versuch einer Weihe von Frauen. Bei der Vorstellung der Reform erklärte Kurienbischof Juan Arrieta zu diesem Thema, das Recht würde natürlich entsprechend geändert, sollte die Kirche einmal zu anderen theologischen Einschätzungen kommen, etwa beim Thema Diakoninnen. (KNA)