Neuer Offizial: Priester aus Bistum Essen leitet Kölner Kirchengericht
Nachfolger für Günter Assenmacher bekannt

Neuer Offizial: Priester aus Bistum Essen leitet Kölner Kirchengericht

Als Folge des Missbrauchsgutachtens gab der oberste Kölner Kirchenrichter Günter Assenmacher sein Amt auf. Nun ist bekannt, wer sein Nachfolger als Offizial wird. Der stammt aus dem benachbarten Ruhrbistum.

Köln/Essen - 08.09.2021

Der Oberhausener Stadtdechant Peter Fabritz wird neuer Leiter des Kirchengerichts im Erzbistum Köln. Er tritt im Oktober das Amt an, wie die Erzdiözese und das Bistum Essen am Dienstag bekanntgaben. Fabritz folgt damit auf Günter Assenmacher. Ihn hatte ein Gutachten zum Umgang der Kölner Bistumsspitze mit Missbrauchsfällen belastet; Ende April gab er sein Amt als dortiger Offizial auf.

Der aus Essen stammende Fabritz empfing 1997 die Priesterweihe und ist seit 2010 Stadtdechant in Oberhausen. Seit 2015 ist er als Vizeoffizial an der Essener Außenstelle des Kölner und seit 2019 des Münsteraner Kirchengerichts tätig. Assenmacher schied zum 31. März auch aus dem Amt des Limburger Offizials und Leiters des dortigen kirchlichen Gerichts aus. Sein Nachfolger wurde der Kirchenrechtler Olaf Lindenberg.

In der Hierarchie folgt der Offizial als oberster Richter einer Diözese unmittelbar auf den Bischof und ist als dessen "Gerichtsvikar" auf einer Ebene mit dem Verwaltungschef, dem Generalvikar, angesiedelt. Einen Großteil der Arbeit am Kirchengericht machen Ehenichtigkeits-Prozesse aus. Der Offizial befasst sich ferner mit innerkirchlichen Finanzstreitfällen. Und er fällt Urteile in kirchenrechtlichen Strafverfahren. Zu seinen Aufgaben gehören auch Verfahren zur Selig- oder Heiligsprechung eines Verstorbenen auf lokaler Ebene. (tmg/KNA)