Thomas Sternberg vor dem Logo des Synodalen Wegs
Diskussionen auf dem Synodalen Weg "ganz und gar nicht überflüssig"

Sternberg: Überwiegender Teil der Synodalen will Reformen

Ob der Synodale Weg erfolgreich sein wird, wird sich schon bei der am Donnerstag beginnenden Synodalversammlung zeigen, glaubt ZdK-Präsident Thomas Sternberg. Die Synodalen wüssten auch darum, dass nicht alles in Deutschland gelöst werden könne.

Münster - 29.09.2021

Der überwiegende Teil der Synodalen ist nach Ansicht des des Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) Thomas Sternberg "bereit und willens", an Reformen mitzuarbeiten. "Es ist ein sehr kleiner Kreis von Personen, die meinen, dass überhaupt keine Reformen notwendig sind", sagte Sternberg in einem Interview dem Internetportal "Kirche + Leben" (Mittwoch). Die Deutsche Bischofskonferenz habe zusammen mit dem ZdK einstimmig beschlossen, den Synodalen Weg zu gehen und auch Satzung und Geschäftsordnung einstimmig angenommen. Die Synodalen wüssten auch darum, dass "wir selbstverständlich nicht alles in Deutschland lösen können und wollen", so der ZdK-Präsident.

Auf die Frage, ob der Synodale Weg auf einen Eklat zulaufe, weil manche Bischöfe keinen Zweifel daran ließen, dass die Lehre der Kirche unveränderbar sei, antwortete Sternberg: "Es amüsiert mich geradezu, wenn ich höre, wir bräuchten nur im Katechismus und im Kirchenrecht nachzuschlagen, dann wüssten wir alles. Dann brauchen wir auch niemals Reformen." Er lehne zudem eine klerikale Fixierung auf "die" Bischöfe ab. "Ich kenne Bischöfe, die an ihrem Amt leiden, es gibt solche, die sich daran erfreuen, es gibt Bischöfe, die mit einem großen Impuls Reformen wollen – und solche, die das Heil darin sehen zu klammern und zu retten, was zu retten ist."

Sternberg: "Die Abstimmungen in den Foren lassen mich hoffen, dass das gelingt"

Auch beim Zweiten Vatikanischen Konzil seien Fragen besprochen worden, die einer einheitlichen Lösung bedurften, etwa im Bereich der Liturgie. Die Grundlagen dazu seien vorher längst vorbereitet gewesen. "Insofern ist es ganz und gar nicht überflüssig, beim Synodalen Weg Themen zu diskutieren, die wir hier nicht beschließen können", so Sternberg.

Ob der Synodale Weg erfolgreich sein werde, zeige sich schon bei der am Donnerstag beginnenden Synodalversammlung in Frankfurt. Er sei nicht zufrieden, wenn der Synodale Weg nur als Gesprächsprozess wahrgenommen werden sollte. "Wir werden zwar noch keine Texte beschließen, wohl aber die Richtung der Weiterarbeit", sagte der ZdK-Präsident. "Die Abstimmungen in den Foren lassen mich hoffen, dass das gelingt."

Die Entscheidung des Papstes, den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki im Amt zu belassen, bezeichnete Sternberg als "nur schwer nachvollziehbar". Hier gehe es um einen "extremen Vertrauensverlust, den man mit einer bloßen Verschiebung in der Hoffnung auf Beruhigung nicht lösen kann." Ein "gründlicher Neuanfang" wäre aus seiner Sicht die bessere Variante gewesen, so Sternberg. Die Frage, ob Stefan Heße zu Recht Erzbischof von Hamburg geblieben sei, könne er dagegen "nicht hinreichend beantworten". "Die Zusammenarbeit mit ihm im ZdK war sehr gut, ich habe keine persönlichen Verwerfungen mit ihm." (cbr)