Kirchen laut Experten besonders geeignete Orte

Corona-Impfaktionen in mehreren deutschen Gotteshäusern

Aktualisiert am 26.11.2021  –  Lesedauer: 

Bonn ‐ Aktionen gibt es unter anderem in Dresden, Worms und im Paderborner Dom: In den kommenden Tagen stehen für Impfwillige in mehreren deutschen Städten Gotteshäuser offen. Experten betonen, dass gerade Kirchen geeignete Orte für Impfungen seien.

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Ärztinnen und Ärzte impfen in mehreren deutschen Städten in Gotteshäusern gegen das Corona-Virus. Am ersten Adventssonntag können sich Menschen beispielsweise in der Frauenkirche in Dresden oder der Nikolaikirche in Leipzig den Biontech/Pfizer-Impfstoff spritzen lassen. Wie das katholische Bistum Dresden-Meißen und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens am Freitag ankündigten, arbeiten sie bei der Aktion mit dem Deutschen Roten Kreuz und niedergelassenen Ärzten zusammen. Möglich seien Erst-, Zweit- und Drittimpfungen. Um eine lange Wartezeit zu vermeiden, würden vor Ort Tickets vergeben und seien vorab Termine buchbar.

In Worms machen die Domgemeinde und die mit ihr verbundene Sankt-Martins-Gemeinde ein eigenes Impfangebot. Dafür würden an den ersten drei Adventssonntagen am 28. November, 5. Dezember und 12. Dezember in Zusammenarbeit mit einer Hausarztpraxis im "Haus am Dom" Schutzimpfungen angeboten, teilte die katholische Pfarrgruppe Dom und Sankt Martin am Mittwoch in Worms mit. "Angesichts der dramatischen Entwicklung der Infektionszahlen und der Situation in den Intensivstationen wollen wir ein deutliches Zeichen setzen", sagte Propst Tobias Schäfer. Nach aller wissenschaftlichen Expertise böten die Impfungen letztlich den einzig wirksamen Weg aus der Pandemie. Ab sofort könne man sich für das "Advents-Impfen" über die Homepage der Domgemeinde anmelden.

Im Paderborner Dom kann man sich am 11. Dezember impfen lassen. Das Domkapitel als Hausherr der Kathedrale und der Kreis Paderborn laden gemeinsam Menschen zu allen drei Impfungen ein, wie das Erzbistum Paderborn ankündigte. "Jeder ist willkommen, keiner braucht einen Termin", sagte Dompropst Joachim Göbel.

Gut für Patienten erreichbar

Experten hatten schon im Sommer darauf hingewiesen, dass Kirchen mit ihren hohen und großen Räumen sowie mit mehreren Ein- und Ausgängen geeignete Orte für Impfungen sein könnten. Oft sind die Gebäude zentral gelegen und für Patienten gut zu erreichen.

Auch in Einrichtungen anderer Religionsgemeinschaften wird geimpft: Die Stadt Essen gab bekannt, dass in der nächsten Woche dezentrale Impfaktionen in zwei Moscheen und einer Alevitischen Gemeinde durchgeführt werden.

Viele deutsche Bischöfe hatten in den letzten Tagen zum Impfen aufgerufen. Daneben mehrten sich kirchliche Stimmen, die für eine Impfpflicht in Deutschland plädieren. Der Ständige Rat der katholischen Bischofskonferenz (DBK) hatte das Impfen zu Wochenbeginn als moralische Pflicht bezeichnet. Der DBK-Vorsitzende, Bischof Georg Bätzing, warb am Freitag für die sogenannte Booster-Impfung. Er sei überzeugt, dass das Impfen durch die Krise helfe, Intensivstationen entlaste und Leben rette, so der Limburger Bischof auf Twitter. Gleichzeitig gab er bekannt, dass er bereits die dritte Impfdosis gegen das Corona-Virus erhalten habe. (mal/KNA)