Nach Hildesheimer Missbrauchsstudie

Bischof-Janssen-Straße in Duderstadt wird umbenannt

Aktualisiert am 17.12.2021  –  Lesedauer: 
Bischof-Janssen-Straße in Duderstadt wird umbenannt
Bild: © KNA-Bild/KNA

Göttingen ‐ Nach Hildesheim nun auch in Duderstadt: Die dortige Bischof-Janssen-Straße wird nach Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens für die Hildesheimer Diözese umbenannt. Ein neuer Name ist bereits gefunden.

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Nach Veröffentlichung eines Missbrauchsgutachtens wird die Bischof-Janssen-Straße im Duderstädter Ortsteil Gerblingerode umbenannt. Der Rat der Stadt Duderstadt sprach sich am Donnerstag mehrheitlich für den neuen Namen "Zum Ferienparadies" aus, wie das "Eichsfelder Tageblatt" (Freitag) berichtete. Er bezieht sich auf den einzigen Anrainer der Straße, das Kolping Ferienparadies Pferdeberg. Vorschläge, die Straße nach der Gründerin eines weltweiten Missbrauchsopferrings, Barbara Blaine (1956-2017), oder nach der Philosophin und Ordensfrau Edith Stein (1891-1942) zu benennen, setzten sich damit nicht durch.

Der bisherige Namensgeber der Straße, Heinrich Maria Janssen (1907-1988), war von 1957 bis 1982 Bischof von Hildesheim. Ein jüngst veröffentlichtes Gutachten wirft ihm vor, während seiner Amtszeit sexuellen Missbrauch in seiner Kirche wissentlich geduldet zu haben. Nach der Vorstellung der Studie hatte die Betroffeneninitiative im Bistum Hildesheim eine Umbenennung der Bischof-Janssen-Straßen in Duderstadt und Hildesheim gefordert. Auch in Hildesheim hat sich der zuständige Ortsrat bereits für eine Umbenennung ausgesprochen. Über die Findung eines neuen Namens diskutiert derzeit eine Arbeitsgruppe.

Auch in anderen Städten wird nach Bekanntwerden von Vorwürfen gegen kirchliche Würdenträger im Zusammenhang mit Missbrauch über die Umbenennung von Straßen und Plätzen diskutiert. In Kevelaer gibt es ebenfalls Debatten über die dortige Bischof-Janssen-Straße. Der Stadtrat im nordrhein-westfälischen Korschenbroich hatte im Juli die Umbenennung der Pfarrer-Johannes-Wolf-Straße beschlossen. Der Kardinal-Meisner-Platz im thüringischen Hundeshagen und der Bischof-Stein-Platz in Trier wurden dagegen vorerst nicht umbenannt. (tmg/KNA)