Jungen und Mädchen wieder bei Bundespräsident und Kanzler zu Gast

Bundesweite Sternsinger-Aktion in Regensburg eröffnet

Aktualisiert am 30.12.2021  –  Lesedauer: 

Regensburg ‐ "Nicht das Virus verbreiten, sondern den Segen": Diesen Wunsch hat Bischof Voderholzer den Sternsingern bei der Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen mit auf den Weg gegeben. Die kleinen Könige werden auch wieder in Berlin zu Gast sein.

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In Regensburg ist am Donnerstag die 64. Aktion Dreikönigssingen bundesweit für das Jahr 2022 eröffnet worden. Coronabedingt konnte sie nur in deutlich kleinerem Rahmen stattfinden als ursprünglich vorgesehen. Statt 240 Mädchen und Jungen begrüßte Bischof Rudolf Voderholzer 32 Sternsinger (acht Gruppen) im Dom. Er freue sich, dass man trotzdem zusammengekommen sei. Für das Bistum Regensburg gelte auch in Pandemie-Zeiten: "Wir lassen nichts ausfallen. Wir lassen uns etwas einfallen." Veranstalter der Aktion sind zudem das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend.

Die Eröffnung wurde per Livestream im Internet übertragen. Die vor Ort anwesenden Sternsinger-Gruppen kamen überwiegend aus dem Bistum Regensburg. Die Diözese war nach 1998 zum zweiten Mal Gastgeberin des bundesweiten Auftakts, der jährlich wechselnd von einer anderen Diözese ausgerichtet wird. Dieses Mal lautet das Motto "Gesund werden - gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit". Die Sternsinger wollen dabei auf die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika aufmerksam machen.

Bischof Voderholzer würdigt Einsatz der Sternsinger

Voderholzer würdigte in seiner Predigt die größte Solidaritätsaktion weltweit von Kinder und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche in Not. Er danke allen, die ihre Freizeit und Ferien opferten, um für den guten Zweck auf die Straße und in die Häuser zu gehen. Sie setzten damit ein "wunderbares Zeichen". Der Bischof wünschte den kleinen Königinnen und Königen, offene Türen, Herzen und Geldbeutel anzutreffen: "Ihr bringt Segen und seid Segen."

Zugleich versicherte Voderholzer den Kindern und Jugendlichen seine Bewunderung, wie sie sich die ganze Zeit schon und jetzt auch beim Sternsingen an die pandemiebedingten Auflagen wie Abstand halten und Maske tragen hielten: "Wir halten uns daran, denn wir wollen nicht das Virus verbreiten, sondern den weihnachtlichen Segen."

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Nach einer coronabedingten Pause vor einem Jahr werden die Sternsinger zudem wieder bei Bundespräsident und Kanzler zu Gast sein. Der Besuch bei Regierungschef Olaf Scholz (SPD) werde wegen der Pandemie jedoch kleiner ausfallen als üblich, teilte das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" am Mittwoch in Aachen mit. Nur vier als Heilige Drei Könige verkleidete Jugendliche bringen am 5. Januar ihren Segen ins Bundeskanzleramt. Die Mädchen und Jungen aus Wolfsburg im Bistum Hildesheim reisen stellvertretend für alle Sternsinger an, die sich um den Jahreswechsel am Dreikönigssingen beteiligen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt laut Bundespräsidialamt am 6. Januar Kinder und Jugendliche aus dem Bistum Aachen.

Wegen der Corona-Krise waren die Besuche in der Bundeshauptstadt vor einem Jahr ausgefallen. Stattdessen schickten die Kinder Videogrüße und ein Paket an Steinmeier und die damalige Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Vor der Pandemie nahmen jährlich rund 108 Mädchen und Jungen aus den 27 deutschen Bistümern stellvertretend für die bundesweit rund 300.000 Sternsinger am Empfang im Kanzleramt teil.

Insgesamt rund 1,23 Milliarden Euro gesammelt

Jedes Jahr zum Dreikönigsfest am 6. Januar ziehen Mädchen und Jungen verkleidet als Heilige Drei Könige von Haus zu Haus und sammeln Spenden für ihre Altersgenossen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Sie singen Lieder und tragen auf Türen die traditionelle Segensformel "C+M+B" auf, ergänzt um die jeweilige Jahreszahl. Die Buchstaben stehen für den lateinischen Spruch "Christus mansionem benedicat", zu deutsch "Christus segne dieses Haus", außerdem für die Anfangsbuchstaben der legendären Namen der Weisen aus dem Morgenland, nämlich Caspar, Melchior und Balthasar.

Seit dem Start der Aktion 1959 wurden rund 1,23 Milliarden Euro gesammelt. Mehr als 76.500 Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration seien mit den Spenden unterstützt worden, heißt es. Diesmal dauert die Aktion bis 2. Februar; im nächsten Jahr soll die Eröffnung in Frankfurt am Main stattfinden. (rom/KNA)