Es gehe um "die Freiheit und Zukunft des ganzen Europas"

Meier an Kiewer Großerzbischof: Katholiken stehen an Seite der Ukraine

Aktualisiert am 03.03.2022  –  Lesedauer: 

Bonn ‐ Eigentlich hätte Bischof Bertram Meier persönlich nach Kiew reisen wollen. Aufgrund des Kriegsausbruchs war das nicht möglich. Dem Großerzbischof von Kiew hat er stattdessen nun einen Brief geschrieben – und die Solidarität der Bischöfe ausgedrückt.

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Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat der Ukraine ihre umfassende Solidarität bekundet. Der Weltkirche-Beauftragte, Augsburgs Bischof Bertram Meier, erklärte in einem am Donnerstag in Bonn veröffentlichten Brief an den Großerzbischof von Kiew der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, Sviatoslav Shevchuk, die ganze katholische Kirche in Deutschland stehe fest an der Seite des ukrainischen Volkes. "Es geht in dieser Auseinandersetzung nicht nur um Ihr Land, das so furchtbar getroffen ist, sondern, wie Sie selbst unzählige Male dargelegt haben, um die Freiheit und Zukunft des ganzen Europas", so Meier. In dem Schreiben sagte Meier der Ukraine außerdem die Unterstützung der katholischen Hilfsorganisationen Renovabis und Caritas international zu.

Hintergrund für das Schreiben ist eine ursprünglich für den vergangenen Montag und Dienstag geplante Reise von Bischof Meier nach Kiew, die aufgrund des Kriegsbeginns in der Ukraine nicht stattfinden konnte. Gerne hätte er Großerzbischof Shevchuk und anderen Vertretern der christlichen Kirchen in der Ukraine persönlich die Unterstützung der ganzen katholischen Kirche in Deutschland ausgedrückt, so Meier. "Umso mehr liegt mir daran, Sie auf diesem Wege unserer umfassenden Solidarität zu versichern."

Tagesordnung der Vollversammlung wegen Ukrainekrise verändert

Die DBK will sich zudem bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in der kommenden Woche intensiv mit dem Krieg in der Ukraine und den humanitären Folgen befassen. Pressesprecher Matthias Kopp sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag, die seit langem geplante Tagesordnung müsse wegen des Kriegs geändert werden. Neben der innerkirchlichen Reformdebatte solle die Lage in der Ukraine im Fokus der Versammlung stehen.

Als Experten haben die Bischöfe den langjährigen Leiter der ukrainischen Caritas, Andrij Waskowycz, eingeladen. Er ist Leiter des Büros für die Koordinierung humanitärer Initiativen des Weltkongresses der Ukrainer. Ferner nehmen der Leiter des kirchlichen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis, Thomas Schwartz, und Professor Heinz-Günther Stobbe (Münster) teil. Stobbe ist Moderator für den Arbeitsbereich Frieden der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Für den Eröffnungsgottesdienst der Bischofskonferenz ist zudem ein Friedensgebet für die Ukraine geplant. Die Bischöfe tagen vom 7. bis 10. März im oberfränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen. (cbr/KNA)