Brandstiftung zunächst ausgeschlossen

Rund 1,5 Millionen Euro Schaden: Feuer in Kapellen in Lourdes

Aktualisiert am 11.07.2022  –  Lesedauer: 

Paris ‐ Kerzenspenden gelten als die wichtigste Einnahmequelle des Wallfahrtsbezirks im französischen Lourdes. Bei einem Brand wurden nun allerdings drei der sieben Kerzen-Kapellen zerstört. Der Rektor des Pilgerorts spricht von einem "harten Schlag".

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Im südfranzösischen Wallfahrtsort Lourdes hat ein Brand in drei Kerzen-Kapellen hohen Sachschaden angerichtet. Vermutlich hätten am Wochenende heiße Winde das Feuer an Einwickelpapier entzündet, das dann auf die Holzrahmen übergegriffen habe, berichtet die Zeitung "La Croix" (online Montagabend). Brandstiftung werde nach Auswertung von Überwachungskameras ausgeschlossen, auch wenn die Ermittlungen am Montag noch andauerten.

Der Rektor des viel besuchten Pilgerortes, Olivier Ribadeau Dumas, sprach via Twitter von einem weiteren "harten Schlag" für das Heiligtum, den es "nicht gebraucht" hätte. Nach zwei Jahren Corona-Pandemie hat der Pyrenäenort immer noch massiv mit Einnahmeausfällen zu kämpfen. Die Zahl der Pilger sei immer noch erst halb so hoch wie vor der Pandemie.

In den ursprünglich sieben Häuschen am rechten Ufer der Gave versammeln sich traditionell Pilger und zünden Kerzen an. Die drei zerstörten Kapellen waren 2018 neu errichtet worden, um Rauch und Hitze abzuleiten und auch den häufigen Überschwemmungen des Flusses standzuhalten. Das Heiligtum beziffert den Gesamtschaden laut Zeitung auf mindestens 1,5 Millionen Euro, bei einem Jahresbudget von 30 Millionen Euro.

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Kerzenspenden gelten als mit rund 40 Prozent die wichtigste Einnahme des Wallfahrtsbezirks. In allen sieben Kapellen konnten demnach insgesamt 4.000 Kerzen gleichzeitig brennen. Damit Gläubige, die nicht reisen können, ihren Glauben dennoch zum Ausdruck bringen können, will die Wallfahrtsleitung, das während des Lockdowns entwickelte Online-Spendensystem beibehalten. "Online-Pilger" können ein Formular ausfüllen und eine Zahlung auf der Lourdes-Website anweisen. In ihrem Namen wird dann eine Kerze entzündet oder eine Rose in der Erscheinungsgrotte abgelegt.

Die vier verbliebenen Kapellen sollen bei verstärkter Überwachung für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Bis zu einem Neubau würden die drei zerstörten durch Provisorien ersetzt, heißt es weiter.

In Lourdes, einem der berühmtesten Wallfahrtsorte der Welt, soll 1858 dem Hirtenmädchen Bernadette Soubirous (1844-1879) insgesamt 18 mal Maria erschienen sein. 1862 wurden die Erscheinungen vom Ortsbischof, 1891 von Papst Leo XIII. gesamtkirchlich anerkannt. Jahr für Jahr reisen in normalen Zeiten Millionen Pilger in das südfranzösische Pyrenäen-Städtchen. Dem sogenannten Lourdes-Wasser aus einer Quelle nahe der Mariengrotte von Massabielle schreiben Gläubige heilende Kräfte zu. (KNA)