Andernfalls sei sie nicht mehr als eine sozial-karitative Einrichtung

Bamberger Erzbischof Schick: Kirche ohne Priester nicht möglich

Aktualisiert am 15.07.2022  –  Lesedauer: 

Bad Staffelstein/Regensburg ‐ Gleich zwei deutsche Oberhirten haben sich zum Synodalen Weg geäußert: Bambergs Erzbischof Ludwig Schick machte sich für das Priestertum stark, der Augsburger Bischof Bertram Meier kritisierte den Prozess in seiner Gänze.

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Nach den Worten des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick ist eine Kirche ohne Priester nicht möglich. Andernfalls sei sie nicht mehr als eine sozial-karitative Einrichtung, sagte er am Freitag in einem Festgottesdienst in Vierzehnheiligen. Ohne den transzendenten Gott, Jesus Christus und sein Evangelium sei Kirche nicht denkbar. Der priesterliche Dienst solle ihren göttlichen Ursprung und ihr Ziel, das Himmelreich, deutlich machen. Demnach sei Kirche mehr als ein soziales Gebilde oder ein Verein für seelisches und körperliches Wohlbefinden.

Die mit der Weihe verbundene Leitungsvollmacht ist Schick zufolge eine geistliche. Wichtig sei es jedoch, das Amt in Demut und Heiligkeit wahrzunehmen. "Sonst richten wir mehr Schaden als Nutzen an." Die Priester müssten Brüder der Menschen sein, die ihnen dienten und nicht über sie herrschen wollten.

Den Festgottesdienst in Vierzehnheiligen feiert Schick laut Mitteilung jedes Jahr mit Priestern, die vor 25, 40, 50 und 60 Jahren geweiht wurden. Die Frage nach der Notwendigkeit des Priesteramts ist Teil des Synodalen Wegs; seit 2019 beraten deutsche Bischöfe und Laienvertreter über die Zukunft der katholischen Kirche.

Meier kritisiert Synodalen Weg

Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat seine Kritik am katholischen Reformvorhaben Synodaler Weg verstärkt. "Dieser Synodale Weg ist ein deutsches Projekt und das ist unser Problem", sagte Meier am Freitag vor rund 200 Zuhörerinnen und Zuhörern beim Kongress "Freude am Glauben" in Regensburg. "Wir dürfen nicht einen deutschen Weg gehen, der dann am Ende in eine deutsche Nationalkirche führt", sagte Meier unter Applaus.

Der Bischof nannte es ein Versäumnis, dass die katholische Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) keinen Kriterienkatalog für eine "Hierarchie der Wahrheiten" entwickelt habe. Ihm schwane Übles, sollte es nicht gelingen, für den Synodalen Weg Rahmenbedingungen zu schaffen, die mit Rom in Einklang stünden.

Der Vorsitzende des Forums, Hubert Gindert, sagte, der Synodale Weg nutze den Skandal des sexuellen Missbrauchs als "Hebel für andere Ziele". Mit ihrer Aufarbeitung sei die katholische Kirche "schon viel weiter als der Großteil der Gesellschaft". Zugleich würden "besorgte Stimmen" von Bischöfen aus der Weltkirche von den Verantwortlichen des Synodalen Wegs "arrogant weggeschoben". (cph/KNA)