Präsidium des Synodalen Wegs äußert sich zum Auftakt der Synodalversammlung

Bischof Bätzing: Spüre "unendlich großen Veränderungsdruck"

Aktualisiert am 08.09.2022  –  Lesedauer: 

Frankfurt ‐ Mit einer Auftaktpressekonferenz des Präsidums des Synodalen Wegs hat die vierte Synodalversammlung begonnen. Der DBK-Vorsitzende Georg Bätzing betonte, er sehe den Auftrag, den Weg entschieden weiterzugehen. Argumente für Veränderungen sollen auf den "Tisch der Weltkirche" gelegt werden.

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, hat zu Beginn der vierten Vollversammlung des Synodalen Wegs erneut die Notwendigkeit von Reformen in der Kirche betont uns seine Hoffnung auf Veränderungen ausgedrückt. Er spüre an der kirchlichen Basis "einen unendlich großen Veränderungsdruck", sagte Bätzing bei der Auftakt-Pressekonferenz am Donnerstag in Frankfurt am Main. Er sehe den Auftrag, den Weg entschieden zu gehen.

Bätzing räumte ein, dass es auch kritische Stimmen gegen den Synodalen Weg gebe oder solche, die ihm nicht zutrauen, Veränderungen auf den Weg zu bringen. Die Kirche in Deutschland befinde sich allerdings in einer Situation, die ein "Ermüden" nicht zulasse, sagte er mit Blick auf über 300.000 Austritte aus der katholischen Kirche in Deutschland im vergangenen Jahr.

Erneut betonte der DBK-Vorsitzende, dass der Synodale Weg in Deutschland kein "Sonderweg" sei. Die Kirche sei dem Wunsch von Papst Franziskus gemäß weltweit auf dem Weg, was auch der weltweite synodale Prozess zeige. Die Rückmeldungen aus anderen westlichen Ländern zur Weltsynode hätten bewiesen, dass die Fragen, die der Synodale Weg behandle, auch andernorts gestellt würden. "Wir erheben diese Fragen nicht nur, sondern bearbeiten sie", sage Bätzing. "Wir sammeln die Argumente und legen sie auf den Tisch der Weltkirche." Er sei zuversichtlich, dass es für bei den auf dieser Vollversammlung anstehenden Abstimmungen die notwendigen Mehrheiten geben werde, auch der Bischöfe.

Stetter-Karp: Von "Buhrufen" nicht beeindrucken lassen

Irme Stetter-Karp, Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und Co-Präsidentin des Synodalen Wegs, sagte, man stehe kurz vor der Ziellinie des Synodalen Wegs. "Ich will, dass wir gemeinsam über die Ziellinie laufen." Von "Buhrufen" am Rande wolle man sich nicht beeindrucken lassen. Die Synodalen respektierten die unterschiedlichen Verantwortungen in der Weltkirche. "Wir geben unsere Verantwortung aber nicht in Rom ab", betonte Stetter-Karp. Das sei "nicht katholisch".

Stetter-Karp sprach sich dafür aus, einen dauerhaften "Synodalen Rat" einzurichten, der die Reform-Impulse des Synodalen Wegs "verstetigen" solle, so wie es auch von einem Handlungstext aus dem Forum zu Macht und Gewaltenteilung vorgeschlagen wird. Sollte dieser abgelehnt werden, würde die Kirche in Deutschland einen "wichtigen Kairos" verpassen.

Homosexualität, Zölibat, Synodalität: Worüber die Synodalen beraten

Der Synodale Weg biegt langsam auf die Zielgerade ab. Das wird schon an der Fülle an Texten deutlich, über die die Synodalversammlung in Frankfurt diskutieren wird. Allein über sechs Handlungstexte könnte final entschieden werden. Katholisch.de bietet einen Überblick über ihren Inhalt.

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, Vizepräsident des Synodalen Wegs, sprach von einem "Rückenwind" des Synodalen Wegs durch den weltweiten synodalen Prozess. Der Bochumer Neutestamentler Thomas Söding, ebenfalls Vizepräsident des Synodalen Wegs, betonte, dass Versuche, die Weltsynode und den Synodalen Weg gegeneinander auszuspielen, gescheitert seien. Der Synodale Weg zwar kein Exportmodell für die ganze Welt, aber ein gutes Instrument, die kirchlichen Probleme nicht nur zu analysieren, sondern auch konkrete Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Die vierte und laut Planung vorletzte Vollversammlung des Synodalen Wegs findet bis Samstag in Frankfurt am Main statt. Dabei werden 14 Texte besprochen, über neun davon wird final abgestimmt, unter anderem über Handlungstexte zu den Themen Synodalität, Zölibat und Homosexualität. Ein Text gilt als beschlossen, wenn zwei Drittel der gesamten Synodalversammlung und zwei Drittel aller (Weih-)Bischöfe dafür stimmen. Von den insgesamt 230 Synodalen sind 209 anwesend, von den 69 Diözesan- und Weihbischöfen 62. (mal)