Johannes de Jong erhält posthum höchste Auszeichnung des Staates für Nicht-Juden

"Gerechter unter den Völkern": Israel ehrt niederländischen Kardinal

Aktualisiert am 19.09.2022  –  Lesedauer: 

Den Haag/Jerusalem ‐ Johannes de Jong spielte eine zentrale Rolle im Widerstand der Kirche gegen das Nazi-Regime in den Niederlanden und prangerte die Judenverfolgung an. Dafür wird der einstige Erzbischof von Utrecht nun posthum vom Staat Israel geehrt.

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Der niederländische Kardinal Johannes de Jong (1885-1955) wird posthum von Israel als "Gerechter unter den Völkern" geehrt. Wie die Zeitung "Nederlands Dagblad" (Montag) berichtet, überreichte der israelische Botschafter Modi Ephraim der Familie des Geistlichen die entsprechende Urkunde. Die von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem vergebene Ehrung als "Gerechter unter den Völkern" ist die höchste Auszeichnung Israels für Nicht-Juden.

De Jong, von 1936 bis zu seinem Tod Erzbischof von Utrecht, spielte eine zentrale Rolle im Widerstand der katholischen Kirche gegen das Nazi-Regime in den Niederlanden. Von Anfang an sprach er sich klar gegen die Judenverfolgung aus. Zusammen mit weiteren Bischöfen verfasste er 1942 einen viel beachteten Hirtenbrief, der die Verbrechen der Deutschen anprangerte. Zudem versuchte der Erzbischof, Einfluss auf Papst Pius XII. zu nehmen. Dieser nahm ihn 1946 ins Kardinalskollegium auf.

Seit ihrer Gründung hat die Gedenkstätte Yad Vashem nach eigenen Angaben rund 28.000 Personen aus rund 50 Ländern als "Gerechte unter den Völkern" anerkannt. Zu den bekanntesten zählt der deutsche Fabrikant Oskar Schindler. (KNA)