Auf finanzielle und personelle Einschränkungen in Zukunft vorbereiten

Bischof Voderholzer: "Wie werde ich das Bistum einmal übergeben?"

Aktualisiert am 03.11.2022  –  Lesedauer: 

Regensburg ‐ Bischof Rudolf Voderholzer beschäftigt die Zukunft seiner Diözese. Ehrenamt und Hauskirchen würden in Zukunft im Bistum Regensburg gestärkt werden. Auch Synodalität spielt für den Bischof dabei eine Rolle.

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Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer will seine Diözese für die Zukunft gut aufstellen. Er stelle sich oft die Frage "Wie werde ich das Bistum an meinen Nachfolger einmal übergeben?", sagte er in einer Predigt zum Wolfgangsfest, wie die Diözese Regensburg am Mittwoch mitteilte. Das Bistum müsse sich auf finanzielle und personelle Einschränkungen in der Zukunft vorbereiten. Daher sei es wichtig, das Ehrenamt zu stärken. Aus diesem Grund starte am ersten Adventssonntag ein Ausbildungskurs für Katechistinnen und Katechisten in der bayerischen Diözese.

In seiner Diözese gebe es viel lebendigen Glauben, so Voderholzer weiter. Ziel für die Zukunft sei es, Vorhandenes zu stärken oder neu zu beleben. Daher hätte die "Förderung der Hauskirche" und der "Sonntagskultur", der "christlichen Lebenskultur", der Kunst und des Brauchtums, aber auch der Gebetsgruppen und kirchlichen Vereine Priorität. Wichtig sei dabei "den Stil der Synodalität zu pflegen, des offenen Austausches; nicht neue Strukturen zu schaffen, sondern die vorhandenen Gremien, die vorhandenen Strukturen in einem Klima des Aufeinander-Hörens und des wertschätzenden Miteinanders zu nutzen". Aus diesem Grund besuche er als Bischof die Dekanate seines Bistums, um sich dort mit Haupt- wie Ehrenamtlichen auszutauschen, sagte Voderholzer. Dabei handle es sich mehr um eine geistliche Herausforderung als um eine technisch-pragmatische.

Neue Leitlinien des Vatikan

Der Vatikan hatte im vergangenen Jahr neue Leitlinien für die Beauftragung von Katecheten erlassen. Damit stärkte er die Rolle von Laien – Frauen und Männern – in Verkündigung und Seelsorge der Kirche. Das im Dezember 2021 veröffentlichte Schreiben an die Bischofskonferenzen betont dabei den "laikalen" wie "dauerhaften" Dienst von Katechetinnen und Katecheten. Zudem skizziert es den liturgischen Ritus, mit dem sie zu ihrem Dienst beauftragt werden. Der Kölner Religionspädagoge Patrik C. Höring hatte in einem Interview mit katholisch.de gesagt, dass die offizielle Einrichtung dieses Dienstes in vielen Teilen der Weltkirche zur Stärkung des Engagements von Laien führen könne. Für Deutschland bewertete er die Einführung dagegen eher kritisch, da der Dienst als lebenslange Beauftragung gedacht sei und damit möglicherweise "bestimmte Leute ausgrenzt, die ihn jetzt schon tun".

Das Bistum Regensburg liegt im Osten Bayerns und ist von der Fläche her die größte Diözese des Bundeslandes. Von den etwa 1,7 Millionen Menschen in dem Gebiet sind 66 Prozent katholisch. Seit 2013 ist Voderholzer Bischof von Regensburg. (ben)