Zwei Senioren genießen auf einer Bank die herbstlich gefärbte Parklandschaft.
Rente soll solidarischer und gerechter werden

Katholische Verbände fordern Rentenreform

Viele Senioren können sich im Alter immer weniger leisten. Deswegen fordern mehrere kirchliche Verbände eine Änderung der Altersvorsorge in Deutschland. Sie soll solidarischer und gerechter werden.

Berlin - 07.02.2017

Katholische Verbände haben sich für eine grundlegende Reform der Rentenversicherung stark gemacht. Sie müsse solidarischer und gerechter gestaltet werden, erklärte der Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB), Andreas Luttmer-Bensmann, am Dienstag in Berlin. Dazu gehöre auch die Erweiterung des Versichertenkreises: So dürfe die Einbeziehung von Beamten nicht tabu sein. Zu dem katholischen Rentenbündnis gehören neben der KAB auch die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Familienbund der Katholiken (FDK), das Kolpingwerk Deutschland und die Katholische Landvolkbewegung Deutschland (KLB).

Existenzsicherung über Sockelrente

Die Verbände fordern neben einer solchen Erweiterung auch die Existenzsicherung im Alter über eine Sockelrente. Eine solche Basisrente solle es unabhängig von den Erwerbsverläufen geben, um zu verhindern, dass zunehmend mehr Menschen im Alter in die Grundsicherung fielen. Finanziert werden könne sie über Beiträge aller auf ihre Einkommen sowie einen ergänzenden Bundeszuschuss.

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Video: © katholisch.de

Die katholischen Sozialverbände haben ein Rentenmodell entwickelt. Der KAB-Vorsitzende Luttmer-Bensmann sagt, worum es geht.

Zusätzlich müsse es eine bessere Anrechnung durch Erwerbsarbeit, Kindererziehung und Pflege geben, die - anders als bislang - nicht mit dem Sockel verrechnet werden dürfe. Auch sollten die Pflege von Angehörigen sowie Kindererziehungszeiten die Rentenanwartschaften deutlich aufwerten. Zudem treten die Verbände dafür ein, dass die betriebliche Altersvorsorge ausgebaut wird. Bei einem Arbeitgeberwechsel sollten die erworbenen Ansprüche bestehenbleiben.

Das angestrebte dreistufige Modell ist den Verbänden zufolge vom Münchner ifo-Institut geprüft worden. (KNA)