Bischof Georg Bätzing
"Wir sind Kirche" verteidigt DBK-Vorsitzenden und Synodalen Weg

Scharfe Kritik an Katholiken-Forum: "Bätzing ist auf richtigem Weg"

Das konservative "Forum Deutscher Katholiken" hatte den neuen DBK-Vorsitzenden Bätzing und die Linie des Synodalen Wegs kritisiert. Die reformorientierte Initiative "Wir sind Kirche" will die Aussagen nicht unwidersprochen stehen lassen.

Bonn - 12.03.2020

Die Initiative "Wir sind Kirche" hat Aussagen des "Forums Deutscher Katholiken" zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Limburgs Bischof Georg Bätzing, und zum Synodalen Weg scharf kritisiert. "Bischof Bätzing ist auf dem richtigen Weg, wenn er sich für den Erfolg des Synodalen Weges einsetzt", hieß es in einer Stellungnahme von Donnerstag, die katholisch.de vorliegt. Er liege damit auf einer Linie mit Papst Franziskus, der sich eine synodale und keine verordnende Kirche vorstelle.

Das Forum hatte am Montag Bätzing vorgeworfen, bei der kirchlichen Reformdebatte eine Chance verpasst zu haben. Nach dem nachsynodalen Papstschreiben "Querida Amazonia" hätte der Synodale Weg eine andere Stoßrichtung hin zu einer Glaubensvertiefung und Neuevangelisierung gebraucht, hieß es. "Diese Chance hat auch der neugewählte Vorsitzende der DBK nicht aufgegriffen." Das sei ein Zeichen der Schwäche, da es zeige, dass Mut und Kraft zu einem Neuanfang im Glauben fehlten, so das Forum.

Die Aussagen könnten nicht unwidersprochen stehen bleiben, hieß es nun von "Wir sind Kirche". Papst Franziskus komme in seinem Schreiben zwar "den konservativen Mitgliedern des Gottesvolkes" entgegen, doch sein Blick gehe darüber hinaus. Der Papst fordere, immer etwas Neues zu schaffen, denn "die Inkulturation verpflichtet die Kirche zu einem schwierigen, aber notwendigen Weg". Diesen Weg gehe die katholische Kirche in Deutschland. "Das ist kein 'deutscher Sonderweg', wie das Forum unterstellt, sondern ein Weg in eigener Verantwortung, der für die Weltkirche vorbildhaft werden kann."

Reformunfähigkeit statt "Treue zum wahren Glauben"

Richtig sei, dass Glaube nicht mit einer Mehrheitsentscheidung gleichgesetzt werden dürfe, hieß es weiter. "Richtig ist aber auch, dass der 'Glaubenssinn der Gläubigen' auf Dauer nicht ignoriert werden darf." Die "Zeichen der Zeit zu erkennen", wie das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) fordere, dürfe nicht als "dem Zeitgeist nachgeben" verunglimpft werden. "Reformunfähigkeit kann nicht als Treue zum wahren Glauben ausgegeben werden", so die Initiative. "Die 'Lehre der Kirche' ist nicht überzeitlich und ein für alle Mal festgelegt, wie das Forum meint, sondern muss sich immer wieder neu am Evangelium orientieren."

Die "KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche" ist laut Eigenbeschreibung aus dem 1995 in Österreich gestarteten "Kirchenvolks-Begehren" hervorgegangen und setzt sich für eine Erneuerung der katholischen Kirche auf Basis des Zweiten Vatikanischen Konzils ein. Das Forum Deutscher Katholiken versteht sich als lockerer Zusammenschluss "papst- und kirchentreuer" Katholiken. Gegründet wurde das Forum 2000 in Fulda; seinen Sitz hat es in Kaufering. (tmg)