Sternsingeraktion eröffnet – Keine Besuche bei Merkel und Steinmeier
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bittet um Spenden

Sternsingeraktion eröffnet – Keine Besuche bei Merkel und Steinmeier

Alles anders als sonst, heißt es in diesem Jahr für die Sternsinger: Die üblichen Besuche von Haus zu Haus entfallen ebenso wie die traditionellen Visiten bei Kanzlerin und Bundespräsident. Dafür gibt es Alternativen und eine Verlängerung der Aktion.

Aachen - 29.12.2020

Trotz Corona-Krise ist die Sternsingeraktion im Aachener Dom eröffnet worden. Aachens Bischof Helmut Dieser feierte am Dienstag in der Kathedrale einen Gottesdienst mit zwölf Mädchen und Jungen, die als Heilige Drei Könige verkleidet waren. Über einen Live-Stream und eine Chat-Funktion konnten sich Sternsinger in ganz Deutschland daran beteiligen. Sie schrieben etwa Fürbitten, die während des Gottesdienstes vorgelesen wurden. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) rief in einer Videobotschaft dazu auf, dieses Mal großzügig für die Sternsinger zu spenden. Solidarität sei besonders wichtig, sagte er.

"Es gibt unheimlich viele Menschen, die gerade in diesen schwierigen Zeiten den Segen wünschen und den Segen auch brauchen", erklärte der Präses des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Stefan Ottersbach. Wegen der Pandemie sollen die Kinder dieses Mal zwar nicht von Tür zu Tür gehen, um den Segen in die Häuser zu bringen und um Spenden zu bitten. Sie können allerdings Segensaufkleber per Post verschicken, die die Empfänger dann selbst an ihren Haustüren anbringen. Vielerorts werden die Aufkleber zudem in den Kirchen verteilt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhalten solche Sticker per Post. Die üblichen Besuche von Sternsingern bei den Spitzenpolitikern entfallen wegen Corona. Stattdessen richten sich die Sternsinger mit einem Video an Merkel und Steinmeier. Beide wollen ihrerseits mit einer Videobotschaft antworten.

Im Aachener Dom segnete Dieser einige Aufkleber sowie die zwölf anwesenden Kinder stellvertretend für alle Sternsinger in Deutschland. Die kleinen Könige wurden in die Feier eingebunden. So erzählte einer der Jungen, dass er als Sternsinger schon einmal Laschet getroffen und ein Selfie mit ihm gemacht habe. "Das war aufregend und sehr cool." Im Gottesdienst ging es zudem um das diesjährige Motto der Aktion "Kindern Halt geben". Damit machen die Sternsinger auf die Situation von Mädchen und Jungen in der Ukraine aufmerksam, deren Eltern im Ausland arbeiten und monatelang von ihren Kindern getrennt sind. Ein Teil der Spenden kommt entsprechenden Hilfsprojekten zugute.

Erstmals seit 62 Jahren keine Hausbesuche

Zum ersten Mal in der 62-jährigen Geschichte der bundesweiten Aktion können die Sternsinger nicht von Haus zu Haus laufen. Wegen der Pandemie fallen die Besuche in diesem Jahr aus. Dafür soll es alternativ digitale Formate geben; alle Materialien und Informationen sind auf der Internetseite www.sternsinger.de zugänglich. Üblicherweise ziehen um den Dreikönigstag am 6. Januar rund 300.000 Mädchen und Jungen als Heilige Drei Könige von Tür zu Tür, bringen den Segensgruß "C + M + B" für "Christus mansionem benedicat" (Christus segne dieses Haus) in die Häuser und bitten um Spenden für Kinder in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Vor einem Jahr kamen rund 52,4 Millionen Euro zusammen. In vielen Gemeinden können dieses Mal online Spenden abgegeben werden. Ob das Ergebnis der Vorjahre erzielt wird, bleibt dennoch fraglich.

Damit der Segensgruß möglichst viele Menschen erreicht, wurde die Aktion bis zum 2. Februar 2021 verlängert. Darauf verständigten sich das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK). Der ausgeweitete Zeitraum solle den Kirchengemeinden und Gruppen helfen, auch unter den schwierigen Corona-Bedingungen eine erfolgreiche Aktion durchzuführen, teilte die DBK am Montag kurz vor dem offiziellen Start der Aktion mit.

Die bundesweite Aktion Dreikönigssingen wird vom Kindermissionswerk und vom BDKJ getragen und gilt als die weltweit größte Solidaritätsinitiative von Kindern für Kinder. Um den Jahreswechsel 2021/22 wird sie zentral im Bistum Regensburg eröffnet. (tmg/KNA)