Schnelle Entscheidung des Vatikan über Rücktrittsangebot gefordert

Bischof Kohlgraf beklagt "Schwebezustand" in der Causa Woelki

Aktualisiert am 05.04.2022  –  Lesedauer: 

Mainz ‐ "Der jetzt herrschende Schwebezustand macht es für alle nicht leicht, mit der Situation umzugehen": Bischof Peter Kohlgraf fordert eine schnelle Entscheidung des Vatikan über das Rücktrittsangebot des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki.

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Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf hat eine schnelle Entscheidung des Vatikan über das Rücktrittsangebot des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Woelki gefordert. "Der jetzt herrschende Schwebezustand macht es für alle nicht leicht, mit der Situation umzugehen", sagte Kohlgraf den Zeitungen des Medienunternehmens VRM (Dienstag). "Rom müsste schneller und transparenter Klarheit schaffen, denn die Arbeit im Erzbistum Köln muss ja verlässlich gestaltet werden können."

In der Erzdiözese Köln hat vor allem die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zu einer Vertrauenskrise geführt. Woelki ging vergangenen Oktober in eine Auszeit. Bei seiner Rückkehr am Aschermittwoch wurde bekannt, dass der Kardinal dem Papst seinen Rücktritt angeboten hat. Zugleich warb Woelki um einen Neuanfang und eine zweite Chance. Über das Rücktrittsangebot muss Franziskus noch entscheiden.

Keine generelle Ablehung des Synodalen Wegs durch Papst

Zu Medienberichten, wonach Woelki über den Papst gesagt haben soll, dieser sei "alt", sagte Kohlgraf: "Ich bin einem sehr offenen, aufmerksamen Menschen begegnet, der sich sehr viel Zeit für mich genommen hat." Kohlgraf war am 20. Januar in Rom zur Privataudienz bei Franziskus. Zu den in Deutschland beim Reformdialog Synodaler Weg diskutierten Themen sagte Kohlgraf: "Dass der Papst den Synodalen Weg auch kritisch begleitet, hat er uns schon in seinem Brief 2019 deutlich gemacht. Generelle Ablehnung habe ich nun wiederum auch nicht gehört." Der Papst habe ja selbst weltweit einen synodalen Weg ausgerufen. "Er geht damit auch das Risiko ein, dass in der Weltkirche Themen auf den Tisch kommen, die er jetzt auch noch nicht kalkulieren kann", sagte der Mainzer Bischof.

Der 55-Jährige betonte zudem mit Blick auf mögliche Reformen: "Wir müssen insgesamt das Priesteramt verändern, vielleicht auch das Bischofsamt. In 2.000 Jahren Geschichte haben sich damit sehr viele Machtbefugnisse, auch monarchisches Verhalten verbunden." Es gelte, dies zu "entschlacken" und Leitung "auch im Sinne von demokratischeren Strukturen" zu verstehen, an denen auch mehr Frauen teilhaben könnten. (KNA)