Weltsynoden-Beauftragter teilt Furcht vieler Kritiker nicht

Kardinal Grech: Deutscher Synodaler Weg nicht beunruhigend

Aktualisiert am 19.05.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt/Rom ‐ In einer synodalen Kirche müssten auch die strittigen Themen behandelt werden: Kardinal Mario Grech, Beauftragter für die Weltsynode, beunruhigt der Synodale Weg in Deutschland nicht. Dieser sei, wie auch die Kritik daran, Ausdruck von Synodalität.

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Der Beauftragte des Papstes für die Weltsynode, Kardinal Mario Grech, ist wegen des Synodalen Weges in Deutschland nicht beunruhigt. Er teile nicht die Furcht vieler Kritiker, sagte Grech im Gespräch mit dem englischen Vatikan-Korrespondenten Christopher Lamb. Der Synodale Weg wie auch die Kritik daran seien ein Ausdruck von Synodalität, so Grech in Lambs Synoden-Podcast "The Church's Radical Reform" (Donnerstag).

In einer synodalen Kirche müssten auch die strittigen Themen Macht und Verantwortung, Rolle von Frauen oder Sexuallehre behandelt werden. "Unser Sekretariat", so Grech, könne garantieren, "dass alles, was uns erreicht, auch dem Papst vorgelegt wird". Franziskus hatte im Sommer 2021 der katholischen Kirche einen weltweiten synodalen Prozess verordnet. Dabei soll ein anderer Umgangsstil entwickelt werden, um missionarischer zu werden und Herausforderungen besser zu meistern.

Bereitschaft, Jünger Jesu sein zu wollen

Die teils scharf-kontroverse Debatte über Stimmen aus Deutschland beunruhige ihn persönlich nicht wirklich, sagte Grech, "solange wir die Grundsätze der katholischen Kirche respektieren". Dazu gehöre die Bereitschaft, Jünger Jesu sein zu wollen, aber auch der Dienst der Bischöfe für ihre jeweilige Ortskirche. Diese seien aber nicht unabhängig, sondern Teil eines weltweiten Kollegiums, verbunden wiederum mit dem Papst als dem Garanten der Einheit.

Franziskus habe alle aufgefordert, sich zu beteiligen und sich zu melden. "Niemand wird ausgeschlossen, alle sollen sich einbringen können. Nichts soll unter dem Teppich bleiben", betonte Grech. Das gehe aber besser, wenn die Kirche wirklich synodal werde und einen besseren Umgangsstil lerne, um einander besser zuzuhören.

"Synodalität", so der aus Malta stammende Kardinal weiter, "bietet den besonderen Raum, in dem wir unsere Befürchtungen und Freuden, unsere Gewissheiten und Zweifel teilen können – auch Träume." Es gebe allerdings Träume, "die wir verwirklichen können und andere nicht. Manche können wir morgen umsetzen, andere brauchen mehr Zeit." (KNA)